Griechenland-Krise
Athener Börse stürzt um 23 Prozent ab

Die Börse Athen ist wieder offen – und rauscht erst einmal um fast 23 Prozent in die Tiefe. Bankenwerte sind vom Handel ausgesetzt. Indessen fordert die griechische Regierung 24 Milliarden Euro aus dem neuen Hilfspaket.
  • 7

AthenMit einem Kursabsturz um knapp 23 Prozent auf 637 Punkte hat die griechische Börse am Montag nach gut einem Monat Zwangspause ihren Handel wieder aufgenommen. Der Präsident des Kapitalmarkt-Kommitees, Kostas Botopoulos, sagte dem griechischen Fernsehensender Skai, er rechne am ersten Verhandlungstag mit erheblichen Verlusten. „Die Börse (...) wird Druck bekommen. Das gilt auch für die Banken angesichts der Tatsache, dass sie rekapitalisiert werden sollen“, sagte Botopoulos.

Händler und Fondsmanager rechnen in den nächsten Tagen mit weiteren Verlusten, vor allem bei Finanzwerten. Der griechische Bankenindex notiert am Montag satte 30 Prozent im Minus. „Es wird ein paar Tage dauern, bis der Markt wieder ins Gleichgewicht kommt“, sagte ein Börsianer in Athen. Eben diese Bankenwerte verlieren am Morgen am meisten. Die Attica Bank, die National Bank of Greece und die Piraeus Bank starteten mit einem Kursabschlag von 30 Prozent – und wurden danach vom Handel ausgeschlossen. Die Aussetzung des Handels mit Aktien, deren Kurse außerordentlich stark fallen oder steigen, sei nunmehr leichter vorher, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

„Es gibt noch nicht ausgeführte Verkaufsorders im Volumen von 100 Millionen Euro“, sagte Anlageberater Theodore Mouratidis. Daher müsse für Dienstag mit einem weiteren Kursrutsch gerechnet werden, falls nicht einige Anleger die Gelegenheit zum Einstieg nutzten.

Laut einem Reuters-Bericht von Anfang Juli stehen mehrere griechische Banken vor dem Aus. Insidern zufolge könnten von den vier wichtigsten Geldhäusern National Bank of Greece, Eurobank, Bank of Piraeus und Alpha Bank nur zwei übrig bleiben. Diese Institute stehen zusammen mit Attica Bank für etwa ein Fünftel des gesamten Börsenwerts des Athener Aktienmarktes.

Auch für den Kauf von Wertpapieren durch einheimische Händler gelten zahlreiche Beschränkungen. Vor allem können Anleger, die ihr Geld bei griechischen Banken haben, bis aus Weiteres nur dann Aktien kaufen oder verkaufen können, wenn sie dafür Geldmittel aus dem Ausland bringen oder Bargeld anlegen.

Von den 58 Werten im Athener Leitindex sind nunmehr fast 40 Prozent unter einem Euro Wert und damit sogenannte Pennystocks. Der Index selbst besitz nach dem Absturz am Montag nur noch einen Börsenwert von gerade einmal 36 Milliarden Euro. Das Dax-Schwergewicht Bayer allein ist rund drei Mal so viel Wert. Eine baldige Erholung ist nicht in Sicht, da die griechische Wirtschaft am Boden liegt. Das Stimmungsbarometer der griechischen Einkaufsmanager fiel im Juli um ein Drittel auf ein Rekordtief.

Seite 1:

Athener Börse stürzt um 23 Prozent ab

Seite 2:

Drittes Hilfspaket wird verhandelt

Kommentare zu " Griechenland-Krise: Athener Börse stürzt um 23 Prozent ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Griechenland ist pleite, die Banken sind pleite, die Börse stürzt ab
    ---------------------------
    Das sind Fakten.
    Jetzt fordern die unverschämten Grieche 24 Milliarden. Und das sofort und ohne Bedingungen. Die Eurokraten sind dazu bereit. Das ist "alternativlos"!

    Die Börse stürzt um 23% ab, aber die Spekulanten sehen es gelassen. Der deutsche Steuerzahler haftet ja für die Verluste.

    Die Griechen haben ihre Konten geplündert und das Geld in Sicherheit gebracht.

  • Liebe Griechen,

    mit Euren Forderungen verletzt Ihr MEINE Würde!
    Ihr benötigt 10 Milliarden für die Banken
    7,16 Milliarden für den ESFM
    3,2 Milliarden für die EZB
    sind Summa summarum 20,36 Milliarden
    Ihr aber fordert 4 Milliarden mehr.
    Für was?

    Solche undefinierten Forderungen verletzen meine Würde! Ich bin kein Goldesel, keine goldene Gans und erst recht kein Vollidiot!

    Wegen der Verletzung der Würde von Bürgern aus 18 Euro-Staaten wird das 3. Hilfspaket nun erst einmal auf Eis gelegt.

  • So, so, die Griechen fordern jetzt schon. Wozu verhandeln diese Eurokraten aus Brüssel und sonst wo her eigentlich noch. Zwei Runden gingen doch schon in die Hose. Mit der Dritten wird's ebenso gehen. Was sind da nur für Schwachköpfe am Werk? Die Griechen sagen zu allem Ja und Amen. Nur erfüllen wird man nichts. Hauptsache der EURO rollt. Zahlt nur fest weiter. Und das so lange, bis es dem EU-Volk zuviel wird. Vielleicht jagt es dann den ganzen Krempel in Brüssel in die Luft .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%