Größte Emission in Österreich
Börsengang mit Wiener Schmäh

Exakt ein halbes Jahr ist zwischen beiden Terminen vergangen: Am 9. Jänner (auf deutsch: Januar), eine Woche nach seinem 38. Geburtstag, gab Österreichs Finanzminister Karl-Heinz Grasser nach wochenlangen Spekulationen und insgesamt siebenjähriger Tätigkeit sein Amt auf. Am 9. Juli kehrt er als Vorstand des Börsenkandidaten Meinl International Power zuerst in Wien, einen Tag später dann in Frankfurt auf die Bühne der internationalen Finanzwelt zurück.

FRANKFURT. Braun gebrannt, Anzug und Krawatte passend zum Teint und die Haare wie schon zu früheren Zeiten stets adrett gefönt. Hans Haider, als Vorstand ebenfalls dabei, grau meliert und vorher dreizehn Jahre Vorstandschef bei großen österreichischen Versorger Verbund AG, wirkt daneben eher wie der seriöse Beistand. Schließlich war Grasser wegen seiner Ehe mit der Kristall-Erbin Fiona Swarovski jahrelang in den bunten Blättern präsent.

Türöffner bei den großen internationalen Investmenthäusern sind die Namen Grasser und Haider, der weder verwandt noch verschwägert mit dem gleichnamigen ehemaligen Kärntner Landeshauptmann ist, auf alle Fälle. Zumal mit dem ehemaligen Eon--Energie-Chef Hans Dieter Harig ein drittes Schwergewicht im Vorstand für Seriosität steht.

Denn die braucht es auch, soll der Börsengang ein Erfolg werden. Meinl International Power ein Erfolg werden. Denn die Energie-Beteiligungsgesellschaft aus dem Verbund der österreichischen Meinl Bank gibt es offiziell erst seit Juni. Deswegen gibt es auch keine Bewertung einer internationalen Investmentbank wie sonst bei Börsengängen dieser Art üblich. Konsortialbank der mit 750 Mill. Euro größten Emission des Jahres in Österreich ist die Meinl Bank, sonst niemand.

Ebenfalls ungewöhnlich: Zum Festpreis von 10 Euro werden ab heute bis zum 24. Juli 75 Mill. Aktien angeboten. Normalerweise steht hier eine Preisspanne. „Die Nachfrage bei Anlegern in Zürich, London und Madrid ist zuletzt so groß, dass es eine Preisspanne nicht braucht“, sagt Grasser.

Angeblich stört es die Anleger auch nicht, dass die Aktie hinterher nur im so genannten dritten Marktsegment der Wiener Börse gehandelt wird. Dort wird nur einmal am Tag ein Kurs erstellt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%