Größte Neuemission des Jahres
Schwacher Börsenstart für Braas Monier

Es ist der größte Börsengang des Jahres: Seit Mittwoch werden die Aktien des Dachpfannenherstellers Braas Monier an der Börse gehandelt. Doch gleich zu Beginn müssen Anleger einen Abschlag auf den Ausgabekurs verkraften.
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FrankfurtDer bisher größte Börsengang des Jahres in Deutschland ist perfekt. Der Dachpfannen- und Schornstein-Hersteller Braas Monier und seine Eigentümer nehmen mit der Emission bis zu 541 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die bis zu 22,5 Millionen Braas-Monier-Aktien würden zu je 24 Euro ausgegeben und damit im unteren Viertel der Preisspanne, die von 23 bis 28 Euro reichte. Allerding verlief der eigentliche Börsenstart am Mittwoch schwach. Mit 23,40 Euro wurden die Aktien zu Beginn des Handelstags unter dem Ausgabepreis von 24 Euro gehandelt.

An der Börse ist Braas Monier zum Emissionspreis 940 Millionen Euro wert. Das Unternehmen, das vor fünf Jahren angesichts drückender Schulden von seinen Gläubigern übernommen worden war, gilt auf Sicht als Anwärter auf eine Mitgliedschaft im Nebenwerte-Index MDax.

Die bisherigen Haupteigner, allen voran die Beteiligungs-Firmen Apollo, TowerBrook und York Capital sowie die Bank BNP Paribas, reduzieren ihren Anteil an Braas mit dem Börsengang auf 42,5 Prozent. Zum Ausgabepreis kassieren sie bis zu 440 Millionen Euro, einschließlich der Platzierungsreserve, Braas Monier selbst begnügt sich mit 100 Millionen. Damit sollen die bereits auf gut 400 Millionen Euro geschrumpften Schulden weiter abgebaut werden. Vorstandschef Pepyn Dinandt will so die Voraussetzungen für eine Dividende schaffen.

Die ehemalige Lafarge -Tochter Braas Monier ist in Deutschland der dritte und mit Abstand größte Börsengang in diesem Jahr. Beim Gasfedern-Hersteller Stabilus, der den Schritt im Mai gewagt und 260 Millionen Euro erlöst hatte, hatten ebenfalls die ehemaligen Gläubiger die Gelegenheit zum Ausstieg genutzt. Stabilus-Aktien legten seit dem Börsendebüt vor vier Wochen 16 Prozent zu.

Begleitet wird der Börsengang des 7400 Mitarbeiter starken Unternehmens mit Sitz in Luxemburg, dessen Deutschland-Geschäft von Oberursel bei Frankfurt aus geleitet wird, federführend von den Banken BNP Paribas, JPMorgan und UBS. Braas-Chef Dinandt setzt auf einen breit angelegten Aufschwung in Europa, der auch den Wohnungsbau erfasst. 2014 soll Braas nach einem Stellenabbau unter dem Strich wieder schwarze Zahlen schreiben.

In Deutschland ist der Börsenaspirant Nummer eins bei Dachziegeln aus Ton und Dachsteinen aus Beton, in Großbritannien die Nummer zwei und in Frankreich die Nummer drei. Im vergangenen Jahr war der Umsatz auch wegen des schlechten Wetters auf 1,23 (2012: 1,32) Milliarden Euro gesunken, im ersten Quartal 2014 kletterte er um 16 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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