Größter Daxgewinner
BMW-Aktie reitet auf der Analysten-Welle

Ein Chor positiver Analystenkommentare und charttechnische Kaufanreize haben die Anteilsscheine des deutschen Autobauer am Mittwoch mit zeitweise plus sechs Prozent an die Dax-Spitze katapultiert. Überall in Europa sind Auto-Papiere heute gefragt. Aktienexperten erwarten eine baldige Erholung des US-Automarkts.

HB DÜSSELDORF. Die US-Bank Morgan Stanley hob ihre Kaufeinschätzung für die Aktie des Autobauers gleich um zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight" und verdoppelte beinahe ihr Kursziel von 19 auf 36 Euro. Zudem erhöhte auch die schweizerische Credit Suisse ihr Kursziel von 34,00 auf 40,00 Euro und billigte dem Papier damit gemessen am gestrigen Schlusskurs 25 Prozent Potenzial zu. Zudem hat RBS die Aktie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 27 auf 44 Euro erhöht.

Die Aktie brach damit ihr bisheriges Jahreshoch von 33,11 Euro und stellte eine neue Bestmarke bei knapp über 34 Euro auf, den höchsten Stand seit Juni 2008. Seit Beginn des Jahres kämpft sich der Auto-Titel kontinuierlich von seinem Tief bei 18 Euro nach oben. "Die Hochstufungen haben BMW-Aktien angeschoben und nun kaufen auch charttechnisch orientierte Händler", sagte ein Börsianer.

Auch andere Auto-Werte schossen in die Höhe. So gewann die Daimler-Aktie vorrübergehend knapp drei Prozent und notierte zuletzt immer noch deutlich über zwei Prozent stärker. Optimistische Aussagen von Renault-Chef Carlos Ghosn ließen auch die Aktien des französischen Autokonzerns nach oben schnellen. Sie kletterten im Pariser Leitindex CAC40 um fünf Prozent. Ghosn hatte der Tageszeitung „Le Figaro“ gesagt, die Finanzkrise sei überwunden. Der europäische Branchenindex stieg um knapp drei Prozent, auch Peugeot verzeichnete in Paris ein Plus von knapp fünf Prozent.

Zwar blieben Risiken wie eine Verschlechterung der Kreditbedingungen, ein Zusammenbruch des Gebrauchtwagenmarktes und regulatorische Zwänge bestehenbestehen, mahnte Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas. Er sei aber überzeugt, dass positive Entwicklungen an den Endmärkten sowie Veränderungen in der Strategie von BMW den Optimismus rechtfertigten.

Zudem dürfte sich der für BMW wichtigste Markt in den USA 2010 erholen. Auch ohne direkte Staatshilfen sei dort für 2010 mit einem 17-prozentigen Wachstum zu rechnen. Der Experte hob seine Gewinnschätzungen je Aktie (EPS) für 2009 bis 2011 deutlich an und riet Anlegern, aus der mit "Underweight" bewerteten Aktie des Konkurrenten Daimler in BMW-Papiere umzuschichten.

Die Beobachter bei Credit Suisse bewerteten die Zukunftsaussichten von BMW ebenfalls positiv. Die Sicht auf die zukünftige Entwicklung der Endmärkte habe sich ebenso verbessert wie die Refinanzierungsbedingungen, glaubt Analyst Arndt Ellinghorst. Die Börsen dürften darauf vertrauen, dass BMW mit seinen Erlösen in den kommenden Jahren positiv überraschen werde. Seine eigenen Schätzungen lägen zwar 50 Prozent über dem Analystenkonsens, seien aber dennoch nicht besonders ehrgeizig.

Auch die britische Royal Bank of Scotland (RBS) stimmte in die Lobeshymnen ein. BMW und Renault seien seine bevorzugten Titel, schrieb Analyst Josue Asumendi in einer Branchenstudie. Das Premiumsegment könne sich bald erholen und außerdem böte die überzeugende Synergienstrategie von BMW „heitere Aussichten“ für das Unternehmen.

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