Großaktionäre sorgen für stabile Kursentwicklung
Analysten empfehlen Familienunternehmen

Immer wieder geraten Familienunternehmen bei Anlegern und Analysten in die Kritik. Der Führungsstil sei veraltet, die Unternehmen nicht transparent genug und der Streubesitz zu gering. Doch die Kursentwicklung der Konzerne ist bei weitem besser als ihr Ruf.

pam DÜSSELDORF. So errechnete Peter-Thilo Hasler, Analyst der Hypo-Vereinsbank, dass die Titel der 50 größten deutschen familiengeführten Unternehmen seit 1990 den Leitindex Dax deutlich schlugen – jährlich um rund sieben Prozentpunkte. Noch größer fällt das Plus mit fast neun Prozentpunkten im Vergleich mit den Nebenwerteindex MDax aus.

In Deutschland sind Aktien von Familienkonzernen auf dem Kurszettel jedoch in der Minderheit. Unter den 30 Aktien im Dax werten die HVB-Analysten nur SAP, BMW, Altana, Henkel und Metro zu dieser Gruppe. Auch im MDax ist die Anzahl überschaubar. Die überwiegende Mehrzahl der rund 150 börsennotierten Familienkonzernen zählt zu den Werten mit eher niedriger Börsenkapitalisierung.

Dennoch empfehlen die Analysten hauptsächlich Titel wie Medion SAP, BMW oder AWD mit einer hohen Marktkapitalisierung. „Diese werden vor allem von institutionellen Anlegern getrieben“, sagt Hasler. Zwar versprechen kleinere Wert wie der Hardwarekonzern Data Modul mitunter größere Gewinne, sind dafür aber auch riskanter.

Ein Vorteil der familiendominierten Unternehmen sei, dass ein fest mit der Firma verbundener Großaktionär Stabilität verspreche, sagt Hasler. Außerdem gehe das Management weniger Risiken ein und plane langfristig. Zudem konzentrierten sich die Konzerne stärker auf das Kerngeschäft und verfügten dort teilweise über enormes Fachwissen.

Andere Analysten sehen zwar auch die Vorteile, raten Anlegern aber dennoch zur Vorsicht. „Gefährlich wird es vor allem, wenn die Gründer das Unternehmen verlassen“, sagt Peter Worel, Finanzexperte bei der Bayerischen Landesbank.

Denn manchmal entfacht über die Nachfolgefrage ein Familienstreit, der sich auch auf den Aktienkurs durchschlagen kann. Außerdem verlässt mit dem Gründer manchmal das angesammelte Fachwissen den Konzern. Ein neu eingesetztes Management hat es dann schwer.

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