Groupon
Drastischer Kurssturz bei Schnäppchen-Portal

Kleinere Konkurrenten, aber auch Online-Riesen wie Amazon und eBay jagen Groupon die Kunden ab. Nach einem Chefwechsel und schwachen Quartalszahlen ist der Marktwert des Rabatt-Portals nun drastisch eingebrochen.

Bangalore/ChicagoFür das Schnäppchenportal Groupon bläst der Gegenwind derzeit aus allen Richtungen. Genau vor vier Jahren wurde die Aktie des US-Unternehmens beim Börsengang in New York zu 20 Dollar ausgegeben. Damit kam die Firma auf einen Marktwert von 13 Milliarden Dollar. Am Mittwoch brachen die Groupon-Anteilsscheine um 30 Prozent auf 2,79 Dollar ein. Der Börsenwert schrumpfte auf weniger als zwei Milliarden Dollar. Im Dezember 2010 lehnte Groupon ein Übernahmeangebot von Google in Höhe von rund sechs Milliarden Dollar ab. Mindestens sieben Broker senkten ihre Kursziele für Groupon um bis zu fünf Dollar auf 2,25 Dollar.

Zudem jagen wendigere kleinere Wettbewerber dem US-Konzern Kunden ab, auf der anderen Seite haben auch Online-Riesen wie Amazon und eBay ähnliche Angebote in ihr Programm aufgenommen. Bei Groupon können Kunden beispielsweise Reisen, spezielle Sportangebote oder Restaurant-Gutscheine zum Sonderpreis erwerben, die dann meist innerhalb eines bestimmten Zeitraums eingelöst werden müssen.

Groupon hatte am Dienstag einen zurückhaltenden Ausblick gegeben. Das Unternehmen peilt für 2016 einen Umsatz von 2,75 bis 3,05 Milliarden Dollar an. Von Reuters befragte Analysten hatten bislang mit 3,5 Milliarden Dollar gerechnet. Gleichzeitig sollten die Marketing-Ausgaben um 150 bis 200 Millionen Dollar aufgestockt werden. Im abgelaufenen Quartal wuchs der Nettoverlust auf 27,6 von 21,2 Millionen Dollar. Entgegen den Markterwartungen stagnierte der Umsatz bei 713,6 (Prognose: 732,8) Millionen Dollar. Parallel dazu kündigte Mitgründer Eric Lefkofsky seinen sofortigen Wechsel vom Vorstands- zum Aufsichtsratsvorsitzenden an. Sein Nachfolger werde der bislang für das Tagesgeschäft zuständige Manager Rich Williams.

„Groupon befindet sich in einem brutalen Umfeld. Die örtliche Werbung im Internet ist außerordentlich schwierig“, schrieben die Analysten von der US-Investmentbank und Vermögensverwaltung Piper Jaffray. Die Aufstockung der Marketingausgaben werde die Probleme des Unternehmens nicht lösen. Die Experten von RBC Capital Markets gehen davon aus, dass eine Sanierung Groupons längere Zeit in Anspruch nehmen werde.

Im September hatte das Rabatt-Portal bekanntgegeben, angesichts schwächelnder Geschäfte den Rotstift anzusetzen und weltweit 1100 Stellen zu streichen. Ende des zweiten Quartals beschäftigten die Amerikaner weltweit 10.686 Mitarbeiter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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