Günstiger Zeitpunkt für Emission
Deutscher Ring plant Börsengang der OVB

Die Hamburger Versicherungsgruppe Deutscher Ring hofft durch den geplanten Börsengang des Kölner Finanzdienstleisters OVB mittelfristig auf Impulse für das Neugeschäft.

HAMBURG. „Wir rechnen mit Zuwächsen, weil die OVB international sehr gut aufgestellt ist“, sagt Deutscher-Ring-Vorstandschef Wolfgang Fauter. Das Kölner Unternehmen ist vor allem in Osteuropa präsent, insbesondere in der Slowakei und Tschechien. Zum Neugeschäft des Deutschen Rings trägt der Kölner Finanzdienstleister OVB rund 26 Prozent bei.

Der Deutsche Ring will den Strukturvertrieb voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte an die Börse führen. Über den genauen Zeitpunkt werde derzeit mit den Konsortialbanken gesprochen. Die Aktienplatzierung solle über eine Kapitalerhöhung erfolgen, heißt es aus Firmenkreisen. „Wir werden aber die Mehrheit behalten“, sagte Fauter. Die Hauptversammlung im Mai müsse aber dem Börsengang des OVB noch zustimmen. Am OVB hält der Deutsche Ring 70 Prozent, den Rest teilen sich die Volksfürsorge und Signal Iduna. Die Anteilseigner wollen aus dem Börsengang einen hohen zweistelligen Emissionserlös erzielen, der zur Expansion des Finanzdienstleisters im Ausland eingesetzt werden soll. Mittelfristig ist eine Notierung im SDax geplant. Damit wäre nach MLP und AWD ein weiterer Finanzdienstleister in Deutschland an der Börse notiert. Analysten halten 2006 eine Börseneinführung des OVB für einen geeigneten Zeitpunkt. „Das Börsenumfeld für Finanzdienstleister ist günstig“, meint Christoph Schlienkamp, Analyst beim Bankhaus Lampe. Grund hierfür ist die zunehmende Nachfrage nach betrieblicher und privater Altersvorsorge. Sie führe dazu, dass die Finanzdienstleister nach einer Wachstumsdelle 2005 in diesem Jahr wieder wachsen.

Der Deutsche Ring hat hingegen im 1. Quartal 2006 im Neugeschäft Leben und betriebliche Altersvorsorge bezogen auf die Versicherungssumme einen Einbruch erlebt. „Wir haben ein Minus von 16,5 Prozent verzeichnet“, sagt Fauter. Dennoch will er im Gesamtjahr ein deutliches Plus erzielen: „Wir wollen besser als das Normaljahr 2003 sein.“

2005 war das Neugeschäft in der Lebensparte bezogen auf die Versicherungssumme um mehr als 28 Prozent zurückgegangen. Dies führte Fauter vor allem auf das Ende der Steuerfreiheit von Kapitallebensversicherungen zurück. Die Stornoquote bezogen auf den laufenden Beitrag sank 2005 leicht um 0,7 Prozent auf 7,8 Prozent.

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