Gute Entwicklung auf dem US-Markt
Analysten geben für SAP positiven Ausblick

Analysten zeigen sich im Vorfeld der Quartalszahlen überzeugt, dass sich SAP dem Negativtrend der US-Wettbewerber entziehen wird. Der Walldorfer Softwarekonzern sollte trotz einiger Gewinnwarnungen, unter anderem von Peoplesoft und Siebel, an dem im 1. Quartal gesehenen Wachstumskurs anschließen, wenn auch unbedingt im selben Tempo, lautet der Tenor von Analysten.

HB FRANKFURT. Einige Experten rechnen angesichts der schwachen Performance der US-Konkurrenz mit einer Fortsetzung des seit über 2 Jahren andauernden Trends stetig zunehmender Marktanteilsgewinne. Am Vortmittag notiert die Aktie rund 2 % schwächer bei 125 Euro.

Alla Gorelova, Analystin bei Sal. Oppenheim, rechnet damit, dass SAP im 2. Quartal von der Verunsicherung um den Übernahmestreit zwischen Peoplesoft und Oracle profitiert haben dürfte. Peoplesoft selbst hatte am Mittwoch eingeräumt, das eigene Geschäft habe beträchtlich unter den "Störmanövern" von Oracle gelitten. Da aber auch andere Softwareunternehmen von niedriger als erwartet ausgefallenen Umsätzen und Auftragsverschiebungen berichteten, könnte die SAP auch teilweise in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Experten zufolge habe sich das Klima für IT-Investitionen in den USA im Juni allgemein verschlechtert.

Gorelova sieht jedoch keinen Grund, ihre Prognosen für das 2. Quartal zu senken. Sie rechnet weiterhin mit Lizenzerlösen von 482 Mill. Euro und einem Gesamtumsatz von 1,72 Mrd. Euro. Auch die Analysten von Goldman Sachs halten trotz der negativen Ankündigungen im Softwaresektor an ihrer Schätzung von 490 Mill. Euro für die Lizenzeinnahmen fest. Die Bedingungen für das US-Geschäft von SAP blieben überzeugend. Das Unternehmen gewinne weiterhin Marktanteile, so Goldman Sachs.

Simon Scholes von der Bankgesellschaft Berlin (BGB) sieht von der Umsatzwarnung von Siebel einen nur begrenzten Einfluss auf SAP. Dementsprechend rechnet er damit, dass deren US-Lizenzerlöse im 2. Quartal ähnlich stark ausfallen dürften wie im 1. Jahresviertel (+65 %). Er hält es für realistisch, dass sich das Tempo der Marktanteilsgewinne von SAP in der Periode April bis Juni beschleunigt habe. Grund dieser Annahme sei die nun möglicherweise auch unter Siebel-Kunden kursierende Zweifel über die Unabhängigkeit des Unternehmen, und damit auch über die Sicherheit von zukünftigen Upgrades, nachdem Oracle auch Siebel als einen potenziellen Übernahmekandidat geoutet habe.

Für Thomas Hofmann, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, ist unklar, ob sich SAP dem Abwärtstrend im zweiten Quartal habe entziehen können. "Unserer Meinung nach wird auch SAP angesichts der von den US-Wettbewerbern vorgelegten Meldungen die extrem gute Entwicklung auf dem US-Markt im ersten Quartal wohl nicht in diesem Ausmaß wiederholen können", glaubt der Analyst. Ob es jedoch so schlimm komme, wie es die Kursentwicklung der vergangenen Tage erwarten lasse, sei unwahrscheinlich. Mit den jüngsten Kursverlusten der Aktie sollte ein schwaches Quartalsergebnis eingepreist sein, so Hofmann.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%