Gute Zahlen
Fonds sehen Postbank bei 26 bis 32 Euro

Marktbeobachter sind gespannt: Am Sonntag wird die Preisspanne für den Börsengang der Post-Tochter festgesetzt.

mm/po/rob FRANKFURT/M. Deutsche Großinvestoren erwarten, dass die Aktien der Postbank nicht weniger als 26 Euro und maximal 32 Euro kosten werden. Am kommenden Sonntag wird die Konzernmutter Post die Preisspanne für den größten Börsengang in Deutschland seit mehr als drei Jahren festlegen. Ab dem 7. Juni können die Anleger die maximal 82 Mill. Aktien in dieser Spanne zeichnen. Am 21. Juni soll die Postbank dann zum ersten Mal an der Börse notiert werden.

„Ein Wert von 27 bis 31 Euro wäre realistisch“, sagt Jens Meyer von der Sparkassenfondsgesellschaft Deka. Ein Manager einer anderen großen deutschen Fondsgesellschaft geht davon aus, dass die Post nach den jüngsten Turbulenzen um die Bewertung eine breitere Spanne wählen wird. „26 bis 32 Euro wäre eine vernünftige Lösung“ meint er. Ein dritter Fondsmanager sieht die obere Schranke ebenfalls bei 32 Euro. „Das wäre aber das absolute Maximum“, betont Deka-Manager Meyer. „Eigentlich muss die Gesamtbewertung der Postbank unter fünf Mrd. Euro liegen, um die Aktie wirklich interessant zu machen.“ Das entspräche einem Preis von bis zu 30,50 Euro je Anteilsschein. Union Investment, die Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken hat bereits in den vergangenen Tagen klar gemacht, dass sie einen Preis von unter 30 Euro für angemessen hält.

Bei einer Preisspanne von 26 bis 32 Euro käme die Postbank auf einen Gesamtwert zwischen 4,3 Mrd. und 5,25 Mrd. Euro. Das entspricht in etwa der Bewertung in einem internen Papier der Deutschen Bank, das in der vergangenen Woche an die Öffentlichkeit geriet. Die Studie des zweiten Konsortialführers neben Morgan Stanley sorgte für Aufregung, weil die Post den Wert ihrer Finanztochter mit sechs Mrd. Euro eigentlich deutlich höher angesetzt hatte. Allerdings halten es auch andere Konsortialbanken für ausgeschlossen, dass diese Bewertung an den Märkten durchzusetzen ist. Seit der Informationspanne der Deutschen Bank steht auch eine Verschiebung des Börsengangs im Raum. An der Emission beteiligte Investmentbanker befürchten, dass Postchef Klaus Zumwinkel die Platzierung absagen wird, falls sich abzeichnet, dass der Erlös unter dem Buchwert der Postbank liegen sollte. Ende 2003 stand die Tochter mit knapp 4,9 Mrd. Euro in den Büchern der Post, das entspräche 29,70 Euro je Aktie. Doch Zumwinkel könnte auch anders rechnen: Denn für 2003 schüttete die Postbank eine Dividende von 589 Mill. Euro an die Mutter aus. Da die Post dieses Kapital bereits aus der Tochter herausgezogen hat, würde nach dieser Variante eine Marktbewertung von 4,3 Mrd. Euro reichen, um einen Buchverlust zu vermeiden.

Die vom Handelsblatt befragten Fondsmanager gehen davon aus, dass die Emission wie geplant über die Bühne geht. Auch nach Aussage von beteiligten Investmentbankern laufen die Vorbereitungen reibungslos. Am kommenden Montag soll die Road-Show starten. Zwei Teams sollen zunächst Investoren in Frankfurt besuchen. Nach zwei Tagen geht es weiter nach London. In der zweiten Woche der Zeichnungsfrist folgen die USA. Die letzten Tage sind dann für Skandinavien und die Schweiz reserviert. Die beiden Teams werden von Postbankchef Wulf von Schimmelmann und Privatkundenvorstand Wolfgang Klein geführt.

Banker rechnen mit reger Nachfrage aus dem angelsächsischen Raum, aber auch aus Deutschland. Am Ende könnten 40 bis 50 % aller Aktien bei inländischen Investoren platziert werden, schätzt eine Konsortialbank. Der Anteil der Privatanleger könnte bei über 10 % liegen.

Gestern sickerten zusätzliche Zahlen zum ersten Quartal der Postbank durch. Demnach hat das Institut ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern betrug nach Informationen aus Finanzkreisen 92 Mill. Euro nach 60 Mill. Euro. Der Zinsüberschuss ist angesichts des allgemein niedrigen Zinsniveaus erwartungsgemäß zurückgegangen und lag mit 364 Mill. Euro um knapp 16 % unter dem Vorjahresquartal. Auf der Kostenseite machen sich die Sparbemühungen bemerkbar: Der Verwaltungsaufwand sank von 475 auf 437 Mill. Euro. Die Risikovorsorge stieg nur leicht von 35 auf 41 Mill. Euro. Bereits Mitte Mai legte die Postbank einige Zahlen vor. Das Verhältnis von Aufwand zu Erträgen sank demnach auf 70,6 %. Ziel ist ein Wert um 60. Die Eigenkapitalrendite legte im ersten Quartal deutlich auf 7,4 % zu.

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