Gute Zahlen, höhere Dividende
Siemens macht die Anleger glücklich

Die aktuellen Zahlen sorgen bei Aktionären für Hochstimmung. Siemens ist wieder hoch profitabel und gibt einen guten Teil der Gewinne an seine Anteilseigener weiter. Die Dividende steigt um gut 70 Prozent. Die Aktie startet durch.
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HB DÜSSELDORF. Siemens strotz wieder vor Kraft und reicht die Früchte des Aufschwungs an seine Aktionäre weiter: Nach einem Gewinnplus von fast zwei Drittel im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 stockt der Münchener Technologiekonzern seine Dividende kräftig auf. Dem Willen der Unternehmensspitze zufolge sollen die Eigentümer mit 2,70 je Anteilsschein fast 70 Prozent mehr bekommen als zuletzt.

Vor allem die sprudelnden Gewinne aus dem Geschäft mit Energietechnik und die anziehende Nachfrage nach Industrieausrüstung stimmen Vorstandschef Peter Löscher optimistisch. "Wir kommen mit vollem Schwung aus der Krise", sagte er. "Das positive Momentum werden wir ins nächste Jahr mitnehmen." Für 2010/11 prognostiziert Siemens einen Anstieg des Gewinns aus fortgeführtem Geschäft, der zuletzt bei rund 4,1 Milliarden Euro lag, um 25 bis 35 Prozent. Der Umsatz werde moderat wachsen, die Auftragslage sich weiter verbessern.

Die Siemens-Aktie iwst größte Gewinner im Dax mit einem Plus von bis zu 3,3 Prozent auf 85,92 Euro. Damit notierten die Aktien so hoch wie seit Februar 2008 nicht mehr. Analysten äußerten sich in ersten Reaktionen fast durchweg positiv. "Auf den ersten Blick sehen die Zahlen gut aus", sagte ein Händler. Ein anderer sprach von soliden Bilanzdaten, schloss aber nicht aus, dass es im Tagesverlauf zu Gewinnmitnahmen kommen könnte. Die Siemens-Titel haben sich seit Jahresgewinn schon um rund 30 Prozent verteuert.

Siemens-Titel legen gegen den Trend zu. Der Dax notiert ungefähr auf dem Niveau des Vortages bei 6 727 Punkten. "Die gute Bilanzsaison ist am Markt bereits eingepreist", fasste ein Händler zusammen. "Im Moment sorgen sich viele Investoren mehr um das, was in Seoul beim G-20-Gipfel herauskommt."

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Umsatz bei Siemens mit knapp 76 Milliarden Euro nahezu konstant geblieben. Das Volumen der Neuaufträge war allerdings binnen Jahresfrist bereits wieder um drei Prozent gestiegen. In seinen drei Kernsegmenten Industrie, Energie und Medizintechnik verdiente Siemens operativ mit 7,8 Milliarden Euro so viel wie nie zuvor.

Im Schlussquartal des am 30. September geendeten Geschäftsjahres 2009/10 legte der Umsatz vor allem wegen der anziehenden Industriekonjunktur um acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 21,3 Milliarden Euro zu. Wegen einer Abschreibung von 1,2 Milliarden Euro auf die Diagnostiksparte musste Siemens allerdings einen Quartalsverlust von rund 400 Millionen Euro verbuchen.

Nachdem Siemens für seine Mitarbeiter eine Sonderprämie von bis zu 1 000 Euro und eine frühere Tariferhöhung in Deutschland angekündigt hat, versprach Löscher den Aktionären für die Zukunft eine feste Spanne für die Gewinnbeteiligung. Zwischen 30 und 50 Prozent des Jahresgewinns will der Konzern künftig seinen Eigentümern abgeben. Zudem will Siemens die Rendite auf das eingesetzte Capital (ROCE) von 15 bis 20 Prozent erwirtschaften. Löscher verordnete seinem Haus zudem, schneller zu wachsen als die wichtigsten Wettbewerber, darunter die Erzrivalen GE, ABB und Philips. Die Konzernsparten Industrie und Energie müssten künftig vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen zehn bis 15 Prozent Rendite abwerfen, die Medizintechnik 15 bis 20 Prozent (Ebitda-Marge).

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