Guter Jahresstart
Puma-Aktie schießt nach oben

Für Puma-Aktionäre gab es in den vergangenen Monaten wenig Grund zur Freude. Nach guten Quartalszahlen springt die Aktie jetzt aber kräftig an. Doch für Euphorie sehen Analysten wenig Anlass.
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DüsseldorfMit einem starken Start ins neue Jahr hat der Sportartikel-Hersteller Puma seine Anleger überrascht. Die Aktie des Unternehmens, das zu mehr als zwei Dritteln dem französischen Luxusgüter-Konzern PPR gehört, sprang in der Spitze um mehr als acht Prozent an und lag am Nachmittag bei 222,55 Euro noch knapp sieben Prozent im Plus. Das nährt Hoffnungen, dass die Papiere nach monatelanger Abwärtsbewegung nun wieder bessere Zeiten vor sich haben.

Die Puma-Aktie war seit Oktober vergangenen Jahres von knapp 260 auf weniger als 200 Euro abgestürzt. Für Zurückhaltung der Investoren sorgte unter anderem, dass der Konzern sein Ziel, den Umsatz auf vier Milliarden Euro zu erhöhen, bis aufs Jahr 2015 verschob. Außerdem belastete ein Betrugsskandal bei der griechischen Vertriebstochter Puma Hellas, der dem Unternehmen im vierten Quartal 2010 Abschreibungen im Volumen von 31 Millionen Euro einbrockte und stark auf den Gewinn drückte.

Jetzt verbreitet Puma - weltweit Nummer drei nach Nike und Adidas - aber wieder Optimismus. Dank der kräftigen Nachfrage aus allen wichtigen Regionen fuhr der Sportartikelhersteller im ersten Quartal 2011 einen Rekordumsatz und einen um sieben Prozent auf 77,7 Millionen Euro gestiegenen Überschuss ein. Selbst in Japan legten die Erlöse leicht zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Dort mussten nach dem verheerenden Erdbeben im März zahlreiche Shops in der Metropole Tokio für Tage geschlossen werden. Der Raubkatzen-Marke gelang es zudem, die Marge auf einem hohen Niveau zu halten, obwohl die ganze Branche derzeit mit rasant steigenden Kosten für Öl, Baumwolle und Gummi sowie höheren Löhnen in den asiatischen Produktionsländern kämpft.

Allerdings rechnet Puma im weiteren Verlauf mit Ergebnisbelastungen durch höhere Kosten, insbesondere im zweiten Halbjahr. Mit Preiserhöhungen will der in wenigen Wochen ausscheidende Puma-Chef Jochen Zeitz gegensteuern. Ob die Unternehmensziele damit erreicht werden können - Puma will 2011 erstmals die Umsatzmarke von drei Milliarden Euro knacken und den Gewinn um rund fünf Prozent steigern - liegt künftig in der Verantwortung des erst 32-jährigen Franz Koch.

Die Erwartungen der Anleger dürften nach den guten Zahlen für das erste Quartal gewachsen sein. Analysten geben sich allerdings wenig euphorisch. Mit der DZ Bank, Exane BNP Paribas und Equinet bestätigten zwar drei Banken ihre Kaufempfehlungen für Puma-Aktien. Wirklich optimistisch lesen sich die Kommentare aber nicht: Die Umsätze seien leicht besser als erwartet und die Gewinne entsprechend den Markterwartungen ausgefallen, schrieb etwa Equinet-Analyst Ingbert Faust in einer Studie nach Veröffentlichung der Quartalszahlen. Vor allem der schwache Cash-Flow verwässere allerdings das positive Signal der gestiegenen Umsätze.

Unter dem Strich rät die Mehrheit der Experten nach wie vor vom Kauf der Puma-Papiere ab: Neun Kaufempfehlungen stehen laut Bloomberg derzeit elf "Halten"-Urteile und sieben Verkaufsvoten entgegen. Und auch die Kursziele zeugen nicht von Euphorie: Im Schnitt sehen die Analysten den fairen Wert für Puma bei 228 Euro. Mit dem heutigen Kurssprung ist dieses Niveau schon fast erreicht.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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