Händler erwarten Schwankungsbreite von 3 700 bis 3 900 Punkten
Dax-Ausblick: Anleger werden nervöser

Händlern fällt es zunehmend schwerer, Prognosen für die weitere Entwicklung am deutschen Aktienmarkt abzugeben. Angesichts der erreichten Niveaus nimmt die Nervosität unter den Anlegern zu. „Die Kurse stehen nicht mehr in gleicher Relation zu den Fundamentaldaten, wie das noch vor sechsMonaten der Fall war“, äußert sich ein Börsianer. Einige sprechen schon von „zittrigen Händen“. Wie sensibel die Marktteilnehmer reagieren, haben die jüngsten Konjunkturdaten gezeigt.

HB FRANKFURT. Das etwas höher als erwartete Leistungsbilanzdefizit in den USA hat nicht nur für etwas Ernüchterung gesorgt, sondern auch dem Euro deutlich Auftrieb verschafft. Die Daten zum US-Einzelhandelsumsatz für Oktober fielen ebenfalls leicht schlechter als prognostiziert aus. Der in der vergangenen Woche vorgestellte US-Arbeitsmarktbericht löste trotz unerwartet positiver Daten keinen Freudentaumel aus. „Gute Zahlen sind in den aktuellen Notierungen bereits eingepreist“, so ein Teilnehmer. Die Daten müssten schon sehr viel besser als prognostiziert kommen, um noch größere Marktbewegungen auszulösen.

Entsprechend schwierig gestaltet sich die Vorhersage für die kommende Woche. Händler gehen von einer Range im Dax zwischen 3 700 und 3 900 Stellen aus. Einmal mehr dürften Konjunkturdaten aus den USA die entscheidenden Akzente setzen. Von Unternehmenseite werden angesichts der auslaufenden Berichtssaison deutlich weniger Impulse erwartet. Einer der größten Risikofaktoren für den Aktienmarkt stellt gegenwärtig der wieder erstarkende Euro dar.

Im Schatten der jüngsten Euphorie der Marktteilnehmer, ausgelöst durch die hervorragenden jüngsten US-BIP-Zahlen, ist der Devisenmarkt zuletzt ein wenig aus dem Fokus gerückt. Eine Reihe ernüchternder US-Daten könnte das allerdings sehr schnell ändern und die europäische Gemeinschaftswährung wieder Richtung 1,1850 Dollar und darüber hinaus steigen lassen. Immerhin spricht die Charttechnik im Dax gegenwärtig eher für eine solide Aktienperformance. Nach Einschätzung von Markttechnikern hat sich an dem bullishen Szenario noch nichts geändert. Kursziele von 3 950 oder gar über 4 000 Stellen seien nach wie vor denkbar, heißt es.

Die Analysten der Commerzbank empfehlen in ihrem Wochenbericht heute die Siemens-Aktie, die sowohl aus technischer als auch fundamentaler Sicht einen Boden gefunden haben sollte und nun eine gute Kaufgelegenheit biete. Da zahlreiche institutionelle Anleger über hohe Liquiditätsbestände verfügten, läge eine Jahresendrallye in der Luft. Die Frankfurter Anlageexperten empfehlen daher, Schwächephasen zum Bestandsaufbau in Qualitätsaktien zu nutzen. Attraktiv erscheint ihnen vor allem die Aktie der Deutschen Telekom.

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