Halbleiter-Zulieferer muss trotz hoher Kurszuwächse im operativen Geschäft erneut mit schwachem Jahr rechnen
Süss Microtec spaltet die Experten

Am vergangenen Dienstag Abend dürften bei Süss Microtec in Garching bei München die Sektkorken geknallt haben. Zu diesem Zeitpunkt wurde bekannt, dass der Spezialmaschinenbauer ab dem 22. September gemeinsam mit Freenet und Teles in den TecDax-Index aufrückt. Damit zählt der Hersteller von Fertigungs- und Prüfmaschinen für die Halbleiterindustrie künftig zu den Top 30 der deutschen Technologiewerte.

scc FRANKFURT/M. Unter Beobachtung ist die Aktie bereits seit einigen Monaten: Um über 460 % legte sie seit Anfang April zu. Kein Wunder, dass etliche Analysten nach diesem Höhenflug die Zukunftsaussichten der Aktie inzwischen wieder eher verhalten betrachten. Beim Informationsdienst Bloomberg raten vier von zwölf Aktienexperten zum Kauf, vier zum Halten und vier zum Verkauf.

Die Zurückhaltung hat ihren Grund. Schließlich ist unvergessen, dass der Umsatz von Süss Microtec im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent eingebrochen ist und aus einem satten Gewinn 2001 ein deutlicher Verlust wurde. Unvergessen ist auch, dass die Aktie im vergangenen Herbst innerhalb von knapp sechs Wochen von einem Niveau um 9 Euro auf 2 Euro gefallen ist. Auch in diesem Jahr sind rote Zahlen programmiert. Grund für den Höhenflug seit dem Frühjahr sind nach Ansicht von Experten eine wesentlich verbesserte Bruttomarge, Kostendisziplin bei den Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie im Forschungs- und Entwicklungsbereich. So wurde im zweiten Quartal zum dritten Mal in Folge ein positiver operativer Cash flow erzielt.

Trotzdem leidet Süss nach Meinung von Alexandra Hauser von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) weiterhin vor unter geringen Auftragseingängen. Von April bis Juni waren es gerade 25 Mill. Euro. Im dritten Quartal rechnet Alexandra Hauser mit 25 bis 27 Mill. Euro. Wie auch immer: Am Jahresende dürften nach unternehmenseigenen Schätzungen nur 105 Mill. Euro umgesetzt werden. Alexandra Hauser geht jedoch nur von 99,7 Mill. Euro aus. Wie schwach das Gesamtjahr 2003 ausfallen wird, lässt sich anhand früherer Unternehmensschätzungen erkennen. Noch im Frühjahr lagen die Jahresplanungen bei 120 Mill. Euro. Schon das wären 6 % weniger Umsatz als im bereits schwachen Jahr 2002 gewesen. Die Experten von Helaba Trust sehen darüber hinaus das Risiko weiter anfallender Restrukturierungsaufwendungen.

Zudem belastet ein zuletzt wieder erstarkter Dollar die Aussichten. Hoffnungsträger ist deshalb eine im kommenden Jahr erstarkende Halbleiterindustrie, die auch das Management vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Es gebe viel versprechende Gespräche mit wichtigen Kunden, ließ man zuletzt durchblicken. Der Ausblick werde mit den sich verdichtenden Anzeichen einer Besserung im Halbleiterbereich zusehends erfreulicher, heißt es neuerdings von Independent Research. Trotzdem raten sie im Moment ebenfalls nur zum Halten der Aktie.

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