Handel startet am 2. November
Hamburger Hafenbetreiber will massiv expandieren

Rund eine Milliarde Euro soll der Börsengang des Hamburger Hafenbetreibers HHLA in die Kassen spülen. Ab 2. November sollen die Aktien der Gesellschaft handelbar sein. Hamburg hat für den Geldsegen bereits einige Pläne parat.

FRANKFURT. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) will nach dem Börsengang stark expandieren. Bis zum Jahr 2012 soll die Kapazität in Hamburg vor allem im Containergeschäft mit Investitionen von knapp 1,5 Mrd. Euro auf zwölf Mill. TEU (Standardcontainer) verdoppelt werden, sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Peters bei der Vorstellung der Börsenpläne. Außerdem prüft er Beteiligungen oder Käufe von Hafenbetreibern im Ostsee-Raum, an der nördlichen Adria und am Schwarzen Meer. Beteiligungen in Übersee schließt er aus.

Finanzieren will Peters die Investitionen, ohne das Unternehmen „über Gebühr“ zu verschulden. Angesichts der Ertragsstärke der HHLA sei dies kein Problem, versicherte er. Der Hafenbetreiber peile weiterhin eine Ausschüttungsquote von 50 bis 70 Prozent als Dividende an.

Dem Börsenprospekt zufolge sollen Investoren bis zu 22,54 Millionen Aktien angeboten werden. Das entspricht einem Anteil von 30 Prozent an dem Unternehmen, das bislang komplett der Stadt Hamburg gehört. Experten schätzen den Erlös der Teilprivatisierung auf rund eine Milliarde Euro. Demzufolge ergäbe sich ein rechnerischer Ausgabekurs von 40 bis 45 Euro je Aktie.

Das Geld will HHLA-Eigentümer Hamburg in den Ausbau der Hafeninfrastruktur stecken. Dafür sind bis 2015 knapp drei Mrd. Euro vorgesehen. Das Börsendebüt im regulierten Markt an der Frankfurter und Hamburger Börse (Prime Standard) wäre Anfang November möglich, soll aber spätestens bis Mitte dieses Monats über die Bühne gehen.

Ein Bieterrennen mit dem Hafen-Konkurrenten DP World aus Dubai sieht Peters nicht. Es gebe keine echten Überschneidungen. Zudem würden unterschiedliche Anlegerkreise angesprochen. „Wir begrüßen viel mehr die Börsenpläne von DP World“, sagte Peters. Denn damit verstärke sich das Interesse an Hafen-Aktien. Die weltweit tätige DP World will am 26. November 20 Prozent seiner Anteile an die Börse in Dubai bringen. Die Zeichnungsfrist soll am 4. November beginnen. Experten schätzen den Wert von DP World auf 14 Mrd. Euro. Damit wäre die Emission mit 2,8 Mrd. Euro fast dreimal so groß wie die des Hamburger Hafenbetreibers. Wegen des Containerbooms in Folge der Globalisierung gelten Hafenbetreiber als attraktives Investment.

Analysten taxieren den Börsenwert der HHLA auf 3,6 Mrd. Euro. Damit dürfte sie ein Anwärter auf eine Mitgliedschaft im MDax sein. DP World spielt in einer anderen Liga als die HHLA. 2006 hat es den britischen Hafenbetreiber P&O gekauft. Die Araber schlagen laut dem Marktforscher Drewry mehr als viermal so viele Container um wie die Hamburger und rangieren weltweit auf Platz vier. HHLA liegt auf Rang acht.

Das Angebot zur Zeichnung der HHLA-Aktien richtet sich sowohl an Privatanleger als auch an institutionelle Investoren. Es sollen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung platziert werden, so dass der HHLA ein Erlös von 100 Mill. Euro zufließt. Daneben wird es eine Umplatzierung von Aktien der Stadt Hamburg geben. Die HHLA steigerte im ersten Halbjahr 2007 den Umsatz um 15,7 Prozent auf 561,3 Mill. Euro und den Gewinn um 71,5 Prozent auf 79,3 Mill. Euro.

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