Handelsblatt Insider-Barometer
Die Musik spielt bei Centrotherm und Premiere

Das Insider-Barometer hat sich wieder leicht abgeschwächt und notiert mit 125 Punkten auf einem Stand wie zuletzt im Juli 2007. Dabei ist sowohl auf der Verkaufsseite als auch auf der Kaufseite jeweils eine große Transaktion zu beobachten, die genau entgegengesetzte Sichtweisen veranschaulicht.

DÜSSELDORF. Wie bereits in der Vorwoche zu beobachten, haben sich Anzahl und Transaktionsgrößen von Insiderkäufen und-verkäufen bei den 160 Unternehmen aus Dax, MDax, TecDax und SDax wieder auf dem Niveau vom Juli 2007 eingependelt. Damals nahm die Krise mit den ersten Anzeichen von faulen Subprime-Krediten ihren Anfang.

Bemerkenswert sind in der aktuellen Auswertung auf der Verkaufsseite die Transaktionen in Centrotherm-Photovoltaics-Aktien, wo sich Insider über Beteiligungsgesellschaften von größeren Paketen im Wert von rund 66 Mio. Euro getrennt haben. Jetzt sei ein guter Zeitpunkt, um Gewinne mitzunehmen, hatte auch HSBC-Analyst Christian Rath zuletzt empfohlen, denn die Aktie des im TecDax notierten Solaranlagen-Herstellers hat ihren Wert in den vergangenen drei Monaten mehr als verdoppelt. Das Unternehmen aus Blaubeuren hatte im ersten Quartal noch stark von vollen Auftragsbüchern profitiert, jetzt sieht HSBC das Kursziel bei 14 Euro, die Anlageempfehlung lautet "Underweight".

Bei Premiere hingegen hat der neue Vorstandsvorsitzende Mark A. Williams für knapp zwei Mio. Euro Aktien an dem im MDax notierten Bezahl-Fernsehsender erworben. Ob dieser signifikante Kauf nach der langen schwierigen Phase bei Premiere tatsächlich auf eine bessere Zukunft hindeutet, muss sich aber erst noch herausstellen. Denn in Zeiten der Krise schlägt der Bundesliga-Sender einen ungewöhnlichen Weg ein und ändert zum 4. Juli seinen Namen in Sky. Außerdem werden für neue Abonnenten die Preise der Fußball-Übertragungen erhöht. Normalerweise lockt man neue Kunden, indem man die Preise senkt. In diversen Internet-Foren wird es als fraglich angesehen, ob Murdochs Pay-TV-Rechnung in Deutschland aufgeht, das Sky-Preismodell wurde zumeist abgelehnt. Auch der Premiere-Aktienkurs ging am Montag erstmal auf Tauchstation, er hat allerdings in den vergangenen drei Monaten im Zuge der allgemeinen Markterholung bereits mehr als 120 Prozent zugelegt.



Hier finden Sie die aktuellsten Analysten-Einstufungen zur Premiere-Aktie.



Bei aktuell 127 Punkten zeigt das Insider-Barometer, das vom Forschungsinstitut für Asset Management an der Uni Aachen regelmäßig zusammen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt berechnet wird, zwar immer noch ein Übergewicht bei den Käufen, das ab 110 Punkten beginnt. Die Insider verhalten sich jedoch längst nicht mehr so einseitig wie zu Jahresbeginn, als es wochenlang gar keine Verkäufe gab.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor
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