Handelsblatt Insider-Barometer
Firmen-Insider halten sich mit Verkäufen weiter zurück

Das Handelsblatt-Insider-Barometer hat erneut nachgegeben. Auf der Verkaufseite bleiben die Unternehmenslenker weiter sehr zurückhaltend, was sich in einem niedrigen Volumen und einer niedrigen Anzahl von Transaktionen bemerkbar macht.

fgh DÜSSELDORF. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management berechnet, ist zuletzt auf 163 Punkte gesunken. Dennoch sind auf der Kaufseite auch dieses Mal wieder einige größere Transaktionen zu beobachten. Bei Altana gehen die Käufe weiter, der Streubesitz sinkt immer weiter und es erscheint nur eine Frage der Zeit, bis das Unternehmen durch Mehrheitseigenrin Susanne Klatten - wie bereits vor Monaten angekündigt - von der Börse genommen wird. Sie erwarb Ende März weitere Altana-Aktien im Wert von rund 5,2 Mio. Euro.

Nach dem Auslaufen des Übernahmeangebots durch die Großaktionärin über ihre Holdinggesellschaft Skion zu je 13 Euro/Aktie sollte diese auf Basis der Stimmrechtsmitteilung vom 31. März das Spezialchemieunternehmen nun nahezu vollständig kontrollieren. Das Management hat das Übernahmeangebot unterstützt. Aufgrund der bisherigen Vorgehensweise mit börslichen Zukäufen bis maximal 13 Euro je Aktie sollten Aktionäre nach Einschätzung von Commerzbank Wealth Management nicht mit einer Erhöhung des Übernahmeangebots rechnen. Ein baldiges Squeeze-Out-Verfahren und das Ende der Börsennotierung stehen bevor.

Zweiter großer Kauf war am 1. April die Übernahme von nicht weniger als 24,9 Prozent der Marktkapitalisierung der Düsseldorfer Innotec TSS durch Firmeninsider, was einem Aktienvolumen im Wert von rund 3,6 Mio. Euro entspricht. Über die in keinem Index notierte Gesellschaft, die sich auf Beteiligungen auf Unternehmen aus dem Bereich Türsysteme und Bauspezialwerte spezialisiert hat, können Anleger nur wenig lesen, auch Analystenstimmen zu Innotec haben echten Seltensheitswert. Manche Anleger kennen die 2001 mal im SDax gelistete Aktie vielleicht aber noch unter dem früheren Namen C.H.A. Holding AG, gegründet worden war es 1986 als C.H.A. Chemie Holding AG. Rund die Hälfte der Aktien befindet sich im Streubesitz, daneben werden je 24,9 Prozent von den beiden Großaktionären GLB GmbH (des Alleinvorstandes Gerson Link) und Grondbach GmbH gehalten. Die Aktie hat seit Sommer 2007 von 3,98 Euro stetig nachgegeben auf aktuell 1,41 Euro.

Selbst die größten Verkäufe der Insider fielen im Vergleich zu den Kaufaktivitäten gering aus. So gab Fraport-Chef Wilhelm Bender (64) Ende März Aktien für rund 90 000 Euro ab. Die Aktie hat auf Jahressicht fast 40 Prozent verloren, aber allein in der vergangenen Woche 15 Prozent zugelegt und notiert derzeit bei 27,95 Euro. Commerzbank Wealth Management stuft den MDax-Wert nur auf "Halten" ein. Neue Impulse könnte die Aktie bekommen, wenn der Flughafenausbau stärker in den Fokus rücke, heißt es, die neue Landebahn soll 2011 in Betrieb gehen. Derzeit belasten jedoch schwache Verkehrszahlen die Stimmung. Im Februar fielen Passagier- und Frachtaufkommen, auch für Gesamtjahr gehen die Analysten von einem Rückgang beim Passagieraufkommen aus.

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