Handelsblatt Insider-Barometer
Insider-Barometer: Drei Deals, die es in sich haben

Während Dax, MDax, TecDax und SDax auf Tauchstation gehen und mehrjährige Tiefstände testen, bleiben die Manager der in den Auswahlindizes notierten Unternehmen vergleichsweise ruhig und abwartend. Das Handelsblatt-Insider-Barometer gibt nur leicht nach, doch die der Bafin gemeldeten Käufe und Verkäufe fallen durch hohe Volumina auf.

fgh DÜSSELDORF. Der Absturz des Dax um rund fünf Prozent in der vergangenen Woche hat bei Deutschlands Top-Managern keine generelle Verkaufsstimmung ausgelöst. In den 160 Unternehmen aus Dax, MDax, TecDax und SDax haben sich nur zwei Insider von Aktien ihrer Unternehmens getrennt. In der Vorvorwoche hatten bei zwei Dax-Werten die Vorstände sogar noch zugegriffen.

Handeln sogenannte Unternehmensinsider mit den Aktien ihres Arbeitgebers, müssen sie diese Geschäfte an die Börsenaufsicht BaFin melden. Die Fifam errechnet anhand der Käufe und Verkäufe in regelmäßigen Abständen für das Handelsblatt das Insider-Barometer, in das die gewichteten Orders der vergangenen drei Monate eingehen. Da es in dieser Zeit trotz anhaltend schlechter Konjunktur- und Unternehmensnachrichten nur wenige Verkäufe gab, notiert es weiter auf hohem Niveau bei aktuell 185,81 Punkten. Das sind zwar neun Punkte weniger als in der Vorwoche, doch zeigt das Barometer bereits ab Indexständen von 110 Punkten ein klares Übergewicht bei den Käufen.

Die größten Deals

Der größte Kauf, bei dem Aufsichtsrat Peter Koschel für zwölf Millionen Euro Aktien des Aachener Maschinenbauers Schumag erworben hat, datiert allerdings schon vom 7. Januar. Am gleichen Tag hatte Koschel an die Finanzaufsicht BaFin gemeldet, seine Firma Enprovalve verfüge nun über 79,2 Prozent der Schumag-Aktien und sei damit Eigentümer. Diese Behauptung ist ihm mittlerweile von der bisherigen Eigentümerfamilie Kazinakis per einstweiliger Verfügung durch das Langericht Frankfurt untersagt worden.

Wie der kuriose Streit um die Schumag-Mehrheit ausgeht, vermag im Moment allerdings niemand zu beurteilen, denn die Rechtslage ist sehr komplex. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie hier.

Auf der Verkaufsseite trennte sich die Autenrieth Beteiligungs GmbH (von Vorstand Hans Autenrieth) Ende Februar von Centrotherm-Aktien im Wert von knapp fünf Millionen Euro. Centrotherm Photovoltaics aus Blaubeuren deckt einen weiten Bereich der Prozesskette für die Herstellung von Solarzellen ab. Das reicht bis zu schlüsselfertigen Produktionsanlagen für kristalline und Dünnschicht-Solarzellen. 2008 wurde ein Rekordergebnis erzielt, selbst im schwierigen vierten Quartal kletterte der Umsatz zum Vorjahr um 84 Prozent. Bisher musste das Unternehmen trotz Finanz- und Kreditkrise keine größeren Stornierungen für Aufträge hinnehmen, im Gegenteil: Anfang März nahm Centrotherm seine erste Anlage zur Herstellung von Silizium im chinesischen Qinghai in Betrieb, aus Asien kamen auch Anfang des Jahres weitere Aufträge. Allerdings befindet sich die im TecDax notierte Aktie seit ihrem Allzeithoch bei 68,24 Euro im Mai 2008 im Abwärtstrend und notiert aktuell bei 16,10 Euro.

Beim ebenfalls im TecDax notierten Biotech-Spezialisten Qiagen verkaufte die CC Verwaltungs GmbH von Metin Colpan Anfang März Aktien im Wert von 5,2 Millionen Euro. Colpan hatte Qiagen 1984 mitgegründet und war bis 2004 CEO, dann wechselte er in den Aufsichtsrat. Laut Commerzbank Wealth Management hat sich Qiagen bislang als weitgehend resistent gegenüber konjunkturellen Einflüssen erwiesen. Die Berichterstattung lag bei den Umsätzen über den Analystenerwartungen und im Rahmen der Erwartungen in Bezug auf den Gewinn vor Zinsen und Steuern und den Gewinn je Aktie. Im Vergleich zu den Wettbewerbern hat Qiagen eine vergleichsweise detaillierte Prognose abgegeben und ist mit seinem Produkt-Mix gut positioniert. Die Qiagen-Aktie läuft seit ihrem Tiefpunkt im Jahr 2002 bei unter fünf Euro in einem langanhaltenden Seitwärtstrend und notiert aktuell bei 12,60 Euro.

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