Handelsblatt Insider-Barometer
Insider-Barometer: Kaum noch Verkäufe

Das Insiderbarometer tendiert diese Woche etwas fester und notiert mit einem Barometerstand von 171,70 Punkten gut zwei Punkte über dem Vorwochenwert.

DÜSSELDORF. Gleichwohl liegt der Index, den das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen wöchentlich in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking erstellt, noch knapp fünf Punkte unter dem Wert von vor 14 Tagen (der letzten Online-Ausgabe). Der Anstieg ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass in den vergangenen zwei Wochen kaum noch Verkäufe bei den Insidern zu verzeichnen waren. Anzahl und Volumen der Verkäufe liegen damit wieder deutlich unter einem normalen bzw. durchschnittlichen Niveau. Gleichzeitig zogen die Käufe leicht an, was zu der leichten Erholung des Barometerstandes führt.

Nach wie vor ist das Kaufverhalten aber nicht so ausgeprägt wie im Januar und März, als nacheinander die bisherigen Höchststände des Barometers fielen. Insgesamt kann somit festgehalten werden, dass die Insider beim aktuellen Kursniveau kaum noch verkaufen, gleichzeitig die Käufe aber in einer langfristig normalen Bandbreite liegen.

"Die nach wie vor hohe Notierung des Barometers", so stellt Christian Rouette vom Fifam fest, "dokumentiert daher nach wie vor einen gesunden Optimismus bei den Insidern, auch wenn die Hochstimmung zu Jahresbeginn aktuell nicht erreicht wird."

Bei rund 170 Punkten notierte das Barometer schon einmal, im Januar. Damals waren die Aktienmärkte stark eingebrochen und hatten die Top-Manager günstige Kaufgelegenheiten wittern lassen. Die Käufe führten das Insider-Barometer bis auf sein Allzeithoch von knapp 205 Punkten Mitte April. Doch die jüngsten Schwächeanfälle des Dax - der Deutsche Aktienindex erreichte in der vergangenen Handelswoche ein neues Jahrestief - verführte die Firmeninsider bislang nicht mehr so stark zu Käufen der eigenen Titel.

Die größten Käufe

Bei der zuletzt deutlich gefallenen Aktie der Wohnimmobiliengesellschaft Gagfah gibt es im Handelsblatt.com-Analysten-Tool aktuell drei Kaufempfehlungen, aber auch vier Analysten, die zur Gewichtung "Neutral" bzw. zum Verkauf raten. Das focht Anfang Juni drei Verwaltungsratsmitglieder des MDax-Unternehmens nicht an. Randal A. Nardone, Robert I. Kaufman und Wesley R. Edens kauften zusammengerechnet Aktien für rund 3,4 Mill. Euro (zwischen dem 01. und dem 07.07.2008). Die Analysten von Commerzbank Private Banking beurteilen Gagfah als "solides gut geführtes Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell". Deutliches Kurssteigerungspotenzial sehen sie aber nicht und bewerten die Aktie von daher "Neutral". Der Aktienkurs hat in diesem Jahr schon 25 Prozent an Wert verloren.

Bei dem seit 2001 zur österreichischen Elk-Gruppe gehörenden Fertighaus-Hersteller Bien Zenker AG kauften die Vorstände Johann und Erich Weichselbaum (zwischen dem 30.06 und 07.07.2008) Aktien für rund 460 000 Euro. Zu dem Unternehmen liegen keine aktuellen Nachrichten vor.

Bien Zenker hatte für 2007 keine Dividende ausgeschüttet, der Ende April vorgelegte Jahresabschluss wies einen Bilanzverlust für die AG von 2,9 Mill. Euro und für den Konzern von 4,7 Mill. Euro aus. Die Nachfrage nach Ein- und Zweifamilien-Fertighäusern war 2007 im Inland drastisch eingebrochen, das Unternehmen musste seine Produktion in Michelstadt schließen. Der Kurs der im General Standard notierten Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten zwischen 12 und 13,84 Euro bewegt und liegt aktuell bei 12,50 Euro, auf Sicht von drei Jahren hat die Aktie allerdings fast 70 Prozent gewonnen.

Der größte Verkauf

Eindeutige Signale kommen von IDS Scheer. Die Neutral- und Verkaufsempfehlungen dominieren bei der Aktie des Software- und Beratungshauses. Auch Gründer und Aufsichtsrat August Wilhelm Scheer verkaufte Ende Juni Aktien im Wert von mehr als 800 000 Euro. Der TecDax-Konzern hatte im Frühjahr die Umsatz- und Gewinnerwartungen für 2008 deutlich gesenkt. Der Aktienkurs hat auf Sicht von zwölf Monaten schon 45 Prozent an Wert verloren.

Am heutigen Montag führten die Aktien von IDS Scheer mit einem Plus zehn Prozent auf 8,06 Euro die Gewinnerliste im TecDax an. Händler sprachen von Gerüchten über ein Übernahmeangebot des Softwarekonzerns SAP. SAP wollte sich nicht äußern.

Die Analysten von Commerzbank Private Banking halten aber das Abwärtspotenzial der Aktie für begrenzt. Ihre Begründung: Bei einer weiteren Enttäuschung könnte Großaktionär August Wilhelm Scheer das Management austauschen oder einen Käufer für IDS Scheer suchen.

Seite 1:

Insider-Barometer: Kaum noch Verkäufe

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%