Handelsblatt Insider-Barometer
Insider-Barometer: Milliardäre bewegen Nebenwerte

Vor dem Hintergrund weiterhin sehr volatiler Börsen kaufen Deutschlands Top-Manager wie schon in den Vorwochen überdurchschnittlich viele Aktien der von ihnen geführten Unternehmen. Die größten Deals wickeln dabei die Superreichen ab: Madeleine Schickedanz, Susanne Klatten und Adolf Merckle, die an MDax-Firmen große Anteile halten, stehen aktuell im Fokus des Insider-Handels.

HB DÜSSELDORF. Die Insider-Aktivitäten blieben auch in der vergangenen Woche auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau, können jedoch an die Rekordwerte bei Volumen und Anzahl der vergangenen Wochen nicht mehr ganz anknüpfen. Trotzdem hat das Insider-Barometer, das vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) regelmäßig in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnet wird, ein positives Momentum und steigt diese Woche um knapp 2,6 auf einen Stand von 197,40 Punkte.

In den vergangenen zwei Wochen stehen insgesamt 113 Kauftransaktionen nur sieben Verkaufstransaktionen gegenüber. Das geht aus den Daten der Bafin hervor; der Finanzsicht müssen die Orders der Firmeninsider und ihnen nahestehender Personen jeweils spätestens fünf Handelstage nach der Durchführung gemeldet werden.

"Es wird also erkennbar, dass auf der Verkaufseite langsam auch wieder - wenn auch wenige - Transaktionen stattfinden", stellt Christian Rouette vom Fifam fest. "Das normierte Volumen von Käufen zu Verkäufen beträgt jedoch lediglich rund 2:1. Entsprechend sind die wenigen Verkaufstransaktionen mit einem hohen Durchschnittsvolumen verknüpft."

Die Einzelwertanalyse zeigt drei große Deals bei namhaften Unternehmen: Susanne Klatten kauft im Zuge der angekündigten Komplettübernahme weitere Anteile am bereits von ihr beherrschten Spezialchemiekonzern Altana. Madeleine Schickedanz löst weitere Positionen beim Einzelhandelskonzern Arcandor auf. Bei der im MDax notierten Heidelberg Cement verkauft der schwäbische Milliardär Adolf Merckle im großen Stil Unternehmensanteile, obwohl er in den Vorwochen mehrmals starke Zukäufe getätigt hat. So hatte er im Laufe des Oktobers hatte mehr als zwei Millionen Aktien zu einem Durchschnittskurs von 64,54 Euro erworben. 70 Prozent dieser Position wurde nun aufgelöst zu einem Kurs von 56,40 Euro.

Link: Mehr über die Hintergründe dieses Deals und das Merckle-Firmenimperium lesen Sie hier.

Heidelcement legt zusätzliches Sparprogramm auf

Deutschlands größter Baustoffhersteller hatte Anfang November auf den Markteinbruch in Großbritannien und USA mit einem weiteren Kosteneinsparprogramm in Millionenhöhe reagiert. Über 4 100 Jobs seien in den beiden Ländern bereits gestrichen worden, sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele. Ein weiterer Stellenabbau würde folgen. Durch ein zusätzliches Sofortprogramm sollen Kosten bis zu 20 Millionen Euro bis zum Jahresende eingespart werden. Mit dem bereits im Sommer aufgelegten Sparprogramm wollen die Heidelberger weltweit Einsparungen von 250 Mio. Euro jährlich erzielen. Eine Prognose für das kommende Jahr wollte Scheifele nicht wagen. "Ein Ausblick für 2009 zu geben, ist in der momentanen Situation unrealistisch."

Die Analysten der Commerzbank sehen die Heidelcement-Aktie negativ. Im Gegensatz zum Weltmarktführer Lafarge gehe die Firma mit einem viel zu hohen Verschuldungsgrad in einen konjunkturellen Abschwung. Auch die DZ Bank hat die Aktie nach der Quartalsbilanz auf "Verkaufen" belassen. Die Perspektiven für das Unternehmen seien nicht wirklich positiv, hieß es.

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