Handelsblatt-Insider-Barometer
Insider-Barometer steigt auf Allzeithoch

Das Insider-Barometer steigt auf über 200 Punkte. Das bedeutet, dass deutsche Unternehmensinsider so viele Aktien wie noch nie seit Auflage des Indikators kaufen.

DÜSSELDORF. Nach der verhaltenen Seitwärtsbewegung des Insiderbarometers in den letzten Wochen gewinnt der Indiktor erneut an Schwung – und zwar nach oben. Dass die Unternehmensinsider ihre Firmen als tendenziell unterbewertet ansehen, ist auf breiter Front zu beobachten. 66 Aktienkäufen von Vorständen, Aufsichtsräten und ihnen nahe stehenden Personen stehen vier acht Verkäufe bei deutschen Unternehmen gegenüber. Das geht aus den Pflichtveröffentlichungen auf der Web-Site der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hervor.

Folglich ist auch das Verkaufsvolumen äußerst gering und das Barometer markiert infolge der stark überwiegenden Kauftransaktionen mit 200,18 Punkten einen neuen Höchststand.

„Wichtig für Anleger, die sich bei ihren eigenen Aktiengeschäften an den Deals der Manager orientieren, ist die Botschaft, dass diejenigen, die direkten Einblick in die Unternehmensgeschicke haben, weiterhin sehr positiv gestimmt sind“, sagt Christian Rouette von der Forschungsanstalt für Asset Management (Fifam) an der Technischen Hochschule Aachen, das die BaFin-Daten in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking aufarbeitet und daraus das Insider-Barometer berechnet.

Die auffälligsten Insider-Käufe gab es bei den Nebenwerten United Internet und Beate Uhse. Bei der im Tec Dax notierten United Internet AG hat Unternehmensgründer Ralph Dommermuth in großem Stil Aktien erworben. Nach der Veröffentlichung positiver Geschäftszahlen am 11. März kaufte der CEO über seine Beteiligungs GmbH insgesamt 1,298 Millionen Anteilsscheine zu einem Durchschnittspreis von 12,047 Euro je Aktie. Dies entspricht rund einem halben Prozent der Aktien des Internet-Dienstleisters sowie einem Gesamtvolumen von 15,64 Mill. Euro. Der Manager ist mit einem Anteil von rund 35,5 Prozent auch größter Einzelaktionär von United Internet.

Für zusätzliche Phantasie bei United Internet könnte das Gerangel um die Zukunft des Telekommunikationsunternehmens Freenet sorgen, dessen Aktien am Freitag zeitweise 20 Prozent in die Höhe schossen. Nach einer längeren Pause haben die Konkurrenten United Internet und Drillisch wieder Gespräche mit Freenet-Chef Eckhard Spoerr aufgenommen. Spoerr fährt jedoch zweigleisig: Zugleich verhandelt er über den Kauf der Debitel-Gruppe. United Internet hat inzwischen seine Anteile an Versatel und Freenet auf 25 Prozent ausgebaut und besitzt damit an beiden Unternehmen eine Sperrminorität. Wer auch immer Interesse an diesen Unternehmen bekundet und den deutschen Breitbandmarkt konsolidieren möchte, muss mit United Internet verhandeln.

Zweiter großer Kauf von Unternehmens-Insidern: Mehrere Manager des Erotikkonzerns Beate Uhse kauften zwischen dem 20. und 25. März rund 2,1 Millionen Aktien im Wert von 2,34 Mill. Euro. Dies darf als Bekenntnis der Führungsetage in das Gelingen aktueller „Umbaupläne“ betrachtet werden: Die Beate Uhse AG will ihre Marke „entschmuddeln“, die Filialen auf Vordermann bringen und das Internet-Geschäft ausbauen. So sollen neue Kunden angelockt und der Umsatz angekurbelt werden. Für die Restrukturierung hat sich das Unternehmen über eine Kapitalerhöhung bereits 25 Mill. Euro beschafft. 2007 wies das Unternehmen wegen der Neuausrichtung einen Verlust vor Steuern von 7,9 Mill. Euro aus nach 12 Mill. Euro Gewinn im Vorjahr. Der Konzernumsatz war leicht rückläufig. Die Aktie bereitet ihren Anteilseignern indes nur wenig Freude: Sie notierte im September 2003 einmal über 12 Euro und ist seitdem stetig auf aktuell rund 1,28 Euro gefallen. Bei Analysten findet der Wert nur wenig Beachtung.

Seite 1:

Insider-Barometer steigt auf Allzeithoch

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%