Handelsblatt Insider-Barometer
Insider beweisen gutes Timing beim Verkauf

Erneut gibt das Insider-Barometer nach, denn die Orders von Vorständen, Aufsichtsräten und deren Angehörigen der börsennotierten deutschen Unternehmen finden sind ganz überwiegend Verkäufe.

DÜSSELDORF. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) zusammen mit Commerzbank Wealth Management für das Handelsblatt berechnet, ist zuletzt auf 173 Punkte gesunken. Grund dafür ist, dass in der Berechnung, in die die Käufe und Verkäufe der vergangenen drei Monate eingehen, seit längerem wieder größere Verkäufe vertreten sind.

Auf der Kaufseite ist dagegen weiter Zurückhaltung zu erkennen. Das geht aus der Datei der Börsenaufsicht BaFin hervor, an die Orders von Vorständen, Aufsichtsräten und deren Angehörigen innerhalb von fünf Handelstagen gemeldet werden müssen. Eine klare Prognose, ob die Märkte nach oben oder nach unten tendieren, ist damit allerdings nicht möglich. Wer gekauft hat, der interpretiert die zuletzt gestiegenen Kurse als Indiz für eine anhaltende Erholung. Wer verkauft hat, wertet den Aufschwung lediglich als Zwischenhoch, das eine gute Gelegenheit zum Ausstieg bietet, ehe es ein weiteres Mal nach unten geht.

Bei den einzelnen Titeln zeigt sich bei dem im MDax vertretenen Modehersteller Gerry Weber das gute Timing der Insider, die Aktien für mehr als 16 Millionen Euro abstießen. Nach dem Verkauf eines größeren Aktienpakets am 9. März hat die Aktie deutlich nachgegeben und notiert aktuell rund 20 Prozent tiefer. Bezogen auf das hohe Verkaufsvolumen bedeutet dies für die Insider, dass sie einen Verlust von mehr als drei Millionen Euro in wenigen Tagen vermieden haben.



Hier finden Sie die aktuellsten Analysten-Einstufungen zu dieser Aktie.



Dagegen blieben vom Volumen her selbst die größten Aktienkäufe von Firmeninsidern und ihren Angehörigen deutlich unter diesem Niveau: Bei Homag, dem Maschinenbauer für die Bau- und Möbelindustrie, dessen Aktien im Prime Standard notiert sind, haben Insider zwischen dem 9. und 17. März für 617 000 Euro zugekauft. Noch vor wenigen Wochen hatte sich Homag-Vorstandschef Brenk zuversichtlich gezeigt, 2008 mit einem Rekordgewinnen abzuschließen, doch im Schlussquartal zeigten sich die Folgen der Finanzkrise. Der Umsatz erreichte nur 856 Mio. statt 890 Mio. Euro erreicht, die amgepeilte Ertragsssteigerung von 20 Prozent erreichte Homag ebenfalls nicht. Der Titel hat in den vergangenen drei Jahren rund 90 Prozent an Wert verloren, ist seit einigen Wochen aber wieder leicht im Aufwind. Großaktionär des Unternehmens aus Schopfloch im Schwarzwald ist die im SDax notierte Deutsche Beteiligungs AG, deren aktuelle Performance von Homag deutlich belastet wird.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor
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