Handelsblatt Insider-Barometer
Insider handeln deutlich weniger

Was für die Kleinanleger gilt, machen sich auch die Firmeninsider derzeit zur Regel: Angesichts ungewisser Aussichten an den Börsen wird das Pulver trocken gehalten. Das Handelsblatt-Insider-Barometer setzt seinen leichten Rückgang fort. Doch bei einigen Werten gibt es interessante Bewegungen.

DÜSSELDORF. Während die Umsätze an den Börsen in den vergangenen Monaten international zurückgegangen sind und die Finanzkrise immer weitere Auswirkungen in der Realwirtschaft zeigt, hatten die Unternehmensinsider sich bislang hauptsächlich bei Verkäufen von Aktien der von ihnen geführten Firmen zurückgehalten. Doch jetzt lassen auch die Kaufaktivitäten nach, wie Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance, beobachtet.

Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Uni Aachen regelmäßig in Zusammenarbeit mit Commerzbank Wealth Management für das Handelsblatt berechnet, notiert zwar weiterhin bei hohen 192 Punkten. Damit zeigt es immer noch erhöhte Kaufneigung. Doch liegt das auch daran, dass in die Berechnung der gewichtete Durchschnitt der vergangenen drei Monate einfließt, in der es in Relation zu den Käufen nur ganz wenige Verkäufe gab.

Bei den größten Deals auf Verkäuferseite ragt die OVB Holding heraus (siehe Tabelle), die trotz der Finanzmarktkrise ihren Kurs in den vergangenen zwölf Monaten um rund 100 Prozent erhöhen konnte. Insbesondere in den vergangenen Tagen war ein starker Kursanstieg um rund 50 Prozent zu beobachten. Diese Kursbewegungen sind umso bemerkenswerter, als dass OVB ein Finanzdienstleistungsunternehmen ist, die meisten Finanzwerte verloren in den vergangenen Monaten sehr deutlich. Hintergrund ist der Versuch des Schweizer Versicherers Bâloise seinen Einfluss bei dem vertriebsstarken Kölner Finanzdienstleister deutlich erhöhen.

Bei OVB haben die Insider nun den deutlichen Kursanstieg dazu genutzt, eigene Aktien zu verkaufen und Gewinne zu realisieren, ein klassisches Beispiel für das antizyklische Verhalten der Insider.

Bei Altana hat Großaktionärin Susanne Klatten (über ihre Investmentboutique SKion) weitere Aktien hinzugekauft und so den Streubesitz weiter verringert. Sie hatte bereits vor Monaten angekündigt, das Spezialchemieunternehmen von der Börse zu nehmen. Bei weiteren Käufen Klattens in der bisherigen Größenordnung wird das schon bald der Fall sein. Für Kleinanleger gibt es hier so gut wie nichts mehr zu holen: Klatten sollte nun knapp 90 Prozent der ausstehenden Altana-Aktien besitzen, das Management hat das Angebot unterstützt. Ab einem Anteil von 95 Prozent könnte SKion das Squeeze-Out-Verfahren betreiben, das aber kein Kurspotenzial erkennen lässt.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor
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