Handelsblatt Insider-Barometer
Insider ignorieren die Hiobsbotschaften

Ungeachtet der neuen Hiobsbotschaften zur Subprime-Krise in den letzten beiden Wochen haben Deutschlands Top-Manager weiter mehr Aktien ihrer Unternehmen gekauft als verkauft.

FRANKFURT. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist in den letzten beiden Wochen von 164 auf 168 Punkte gestiegen und gibt damit der breiten Masse der Anleger ein eindeutiges Kaufsignal für den Aktienmarkt.

"Die Anzahl an Transaktionen befindet sich zwar insgesamt auf sehr niedrigem Niveau, dennoch fällt auf, dass prominente Namen und teils auch sehr hohe Einzelorders dabei sind“, sagt Olaf Stotz von der Fifam. Ebenfalls auffällig: In den letzten beiden Wochen gab es nur zwei nennenswerte Verkäufe von Top-Managern.

Große Überraschungen waren nicht darunter. Zwar wurden aus dem familiären Umfeld von Rational-Vorstandschef Siegfried Meister Ende Oktober Aktien im Wert von über 3,2 Mill. Euro verkauft. Im Hinblick darauf, dass sich die Aktie des Großküchen-Ausrüsters in den letzten drei Jahren auf über 150 Euro versechsfacht hat, überrascht dies jedoch nicht. Auch WestLB-Analyst Michael Gorny ist nach Vorlage der erwartungsgemäß ausgefallenen Zahlen in der vergangenen Woche etwas vorsichtiger geworden und hat seine Kaufempfehlung zurückgenommen. "Das Aufwärtspotenzial ist aufgrund der deutlichen Kursgewinne der letzten Monate nicht groß genug“, sagt Gorny, dessen Kursziel für die Aktie weiterhin bei 165 Euro liegt.

Als unbedenklich bewerten Analysten hingegen, dass Continental-Finanzvorstand Alan Hippe Aktien seines Unternehmens im Wert von fast einer Million Euro verkauft hat. Auch die zuletzt hier und da als negativ eingestufte Übernahme der bisherigen Siemens-Tochter VDO werten die Experten von Commerzbank Private Banking nicht als Belastung für den Kurs: "Der Kauf ist zwar nicht billig, aber strategisch sinnvoll“, heißt es.

Auf Käuferseite ragt mit einem Volumen von über 20 Mill. Euro die Order von Patrizia-Chef Wolfgang Egger heraus, der seinen Anteil am Immobilien-Unternehmen so wieder auf über 50 Prozent erhöht hat. Seinen Kauf hat Egger als klares Signal "pro deutscher Immobilienmarkt und pro Patrizia“ tituliert. Genützt hat dies dem Kurs bisher wenig. Die Patrizia-Aktie hat in der letzten Woche weiter verloren, was an der jüngsten Warnung vor einem schwächeren Jahresendgeschäft gelegen haben mag.

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