Handelsblatt Insider-Barometer
Insider machen Kasse

Nach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Wochen lassen sich die Unternehmensinsider nicht lange bitten und machen Kasse. Besonders viele Aktien wechselten bei Heidelberg Cement den Eigentümer.

HB DÜSSELDORF. Bärenmarktrally oder doch der Beginn einer neuen Hausse? Das ist die alles entscheidende Frage, die sich Börsianer derzeit stellen. Die Unternehmens-Insider beantworten die Frage auf ihre Weise; sie sind vorsichtig und nehmen erst einmal Gewinne mit.

Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Uni Aachen alle zwei Wochen gemeinsam mit Commerzbank Wealth Management berechnet, hat sich im Berichtszeitraum wieder abgeschwächt und liegt mit knapp 155 Punkten auf dem tiefsten Stand seit Januar 2008. Grund hierfür ist vor allem das gestiegene Volumen bei den Verkaufstransaktionen. "Einige Insider scheinen folglich das im Vergleich zu den Vormonaten erhöhte Kursniveau dazu zu nutzen, einige ihrer gehaltenen Aktien zu verkaufen", sagt sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance.

In die Berechnung des Barometers geht der gewichtete Durchschnitt aller Käufe und Verkäufe der vergangenen drei Monate ein, die Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige an die Börsenaufsicht BaFin melden müssen. Ab Niveaus jenseits von 110 Punkten überwiegen die Käufe.

Größter Verkauf

Größter Verkauf war in den vergangenen Wochen ein Aktienpaket von Heidelberg-Cement im Volumen von knapp sieben Millionen Euro. Der hochverschuldete Baustoffkonzern will Finanzkreisen zufolge mehr Zeit für die Umschuldung seiner Verbindlichkeiten gewinnen. Heidelcement sei in Gesprächen mit Banken, um die Fälligkeit von insgesamt 5,6 Mrd. Euro an Krediten hinauszögern, sagten zwei mit der Situation vertraute Banker. 600 Mio. Euro würden im Mai dieses Jahr fällig, weitere fünf Mrd. Euro im Mai kommenden Jahres. HeidelbergCement strebe an, dass diese Verbindlichkeiten statt Mitte Mai 2010 erst Mitte Juli kommenden Jahres fällig werden. Dafür sei HeidelbergCement bereit, einen hohen Zinsaufschlag zu zahlen.

Größter Kauf

Größter Kauf, was das Volumen angeht, war im vergangenen Beobachtungszeitraum ein Aktienpaket von Smartrac im Wert von gut drei Millionen Euro.

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