Handelsblatt Insider-Barometer
Insider nutzen weiterhin gute Börsentage

Das Insider-Barometer ist auf 136 Punkte gefallen und notiert damit so niedrig wie zuletzt im August 2007. Bei Top-Managern, Aufsichtsräten und ihren Angehörigen festigt sich damit die Tendenz, bei höheren Aktienkursen Anteile der eigenen Unternehmen zu verkaufen.

DÜSSELDORF. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Uni Aachen regelmäßig zusammen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist zuletzt um zehn auf 136 Punkte gefallen. Da in die Berechnung die durchschnittlichen Käufe und Verkäufe der vergangenen drei Monate eingehen, signalisiert es damit aber immer noch eine überdurchschnittliche Kaufneigung der Insider. Dieser Bereich beginnt ab 110 Punkten.

Dass es zuletzt mit dem Insider-Barometerstand bergab ging, hängt damit zusammen, dass nun überhaupt wieder nennenswerte Verkäufe feststellbar waren. Bis vor kurzem gab es laut den Aufzeichnungen der Börsenaufsicht BaFin, an die Insiderkäufe wie-verkäufe gemeldet werden müssen, so gut wie gar keine Verkäufe. Und wenn doch, dann waren die Volumina kaum der Rede wert.

Der Hintergrund: Top-Manager gelten bei ihren Aktiengeschäften generell als antizyklisch. Durch ihr großes Wissen zur Zukunft des eigenen Unternehmens nutzen sie häufig Chancen zum Einstieg, wenn der Markt diese noch nicht erkannt hat und steigen aus, wenn ein allgemeiner Kauftrend entsteht. So hatte selbst in der tiefsten Phase der Krise die Mehrzahl der Top-Manager an ihr Unternehmen geglaubt und Aktien zugekauft. Auf dem aktuellen Niveau stand das Insider-Barometer zuletzt im August 2007.

Bei dem größten aktuellen Verkauf handelt es sich um eine Transaktion in der Ludwig-Beck-Aktie. Hier hatte es ein Übernahmeangebot gegeben, dass der Verkäufer angenommen hat.

"Interpretiert man die zuletzt verzeichneten Insider-Transaktionen wie in der Vergangenheit auch wieder als antizyklische, mehr auf den fundamentalen Wert orientierten Anleger, dann sollte die zukünftige Kursentwicklung wieder etwas vorsichtiger gesehen werden", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance.

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