Handelsblatt Insider-Barometer
Insiderverkäufe nehmen zu

Deutschlands Top-Manager werden zunehmend pessimistischer, was die Entwicklung der Aktien ihrer Unternehmen angeht.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Das Insiderbarometer ist erneut kräftig gesunken. Nachdem das Barometer in den letzten vier Monaten deutlich gestiegen ist, macht sich nun ein deutlicher Anstieg der Insiderverkäufe bemerkbar. Dies betrifft sowohl die Anzahl als auch das Volumen der Verkäufe. Das zeigt das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) gemeinsam mit Commerzbank Private Banking auf wöchentlicher Basis berechnet. Nachdem das Insider-Barometer Anfang Oktober kurz vor dem Allzeithoch von 184 Punkten stand, war es zuletzt leicht auf 178 Punkte gesunken. Inzwischen notiert das Barometer auf einem Wert von 167,70 Punkten, rund 10 Punkte niedriger im Vergleich zur vergangenen Woche.

Das Rekordhoch rührt vom Ausbruch des Irak-Kriegs im Frühjahr 2003, als die Aktienmärkte ihr Rekordtief markiert hatten. Die Handelsaktivität der Insider befindet sich weiterhin auf einem normalen Niveau. Die Insiderkäufe übersteigen dabei zahlenmäßig kaum noch die Insiderverkäufe. Berücksichtigt wurden in der Analyse alle von der BaFin bis zum 17. Oktober um 17 Uhr, eingetragenen Transaktionen. Dabei resultierte die letzte Transaktion vom 16. Oktober, der Barometerstand bezieht sich auch auf dieses Datum.

Damit einzelne Orders das Insider-Barometer nicht kurzzeitig nach oben wie nach unten verzerren, haben die Initiatoren eine Kappungsgrenze eingeführt. Bei Käufen liegt sie bei einer Million Euro, bei Verkäufen bei fünf Millionen Euro, bis zu der eine Einzelorder maximal in die Berechnung einbezogen wird.

Größter Verkauf: Primacom vor Delisting wegen Übernahme

Die Primacom AG war 1998 aus der Verschmelzung der beiden Kabelfirmen Süweda und KabelMedia hervorgegangen. Die Inhaber-Stamm-Aktien werden seit dem IPO im Februar 1999 (damals noch am Frankfurter Neuen Markt) am Geregelten Markt in Frankfurt notiert (WKN: 625910) und sind in den Indizes General Standard sowie CDax vertreten. Der private Kabelnetzbetreiber betreut eigenen Angaben zufolge in Deutschland rund eine Million Kunden. Ende 2005 musste das Unternehmen nach erheblicher finanzieller Schieflage restrukturieren. Der frühere Primacom-Vorstand Wolfgang Preuß hat nun mittlerweile fast alle Aktien an dem Mainzer Unternehmen im Zuge der bevorstehenden Übernahme durch den Finanzinvestor Escaline verkauft.

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