Handelsblatt Insider-Barometer
Manager werden vorsichtiger

Deutschlands Führungskräfte werden etwas zurückhaltender, wenn es um den Kauf von Aktien der eigenen Firmen geht. Dabei dürften die zunehmenden Warnungen vor den Auswirkungen der Subprime-Krise um schwache US-Hypothekenschuldner auf das Finanzsystem eine Rolle spielen. Denn erstmals seit langem stehen Deutsche Bank und Commerzbank auf den Verkaufslisten der Firmeninsider.

FRANKFURT. Insgesamt liefert der Stand von gut 164 Punkten des Insider-Barometers aber weiter ein klares Kaufsignal. Das Barometer wird vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) gemeinsam mit Commerzbank Private Banking berechnet. „Da wir aber seit Anfang Oktober einen kontinuierlichen Rückgang beobachten, ist das Kaufsignal nicht mehr ganz so ausgeprägt“, sagt Manuel Schüssler vom Fifam. Zudem sei die Handelsaktivität der Insider auf einem eher niedrigen Niveau. Die Anzahl der Käufe und Verkäufe halten sich die Waage, vom Volumen her sind die Verkäufe aber deutlich höher.

Bei der Deutschen Bank verkauften zuletzt drei Führungskräfte Aktien über insgesamt gut 850 000 Euro. Deutschlands Branchenprimus legt in dieser Woche Zahlen vor und hat schon Anfang Oktober ein Ergebnis vor Steuern von 1,2 Mrd. Euro angekündigt – ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Die meisten Analysten empfehlen die Deutsche Bank-Aktie, die so günstig ist wie seit einem Jahr nicht mehr, dennoch zu kaufen oder zumindest zu halten.

Auch bei der Commerzbank, bei der Aufsichts- und Betriebsrat Daniel Hampel zuletzt Aktien verkaufte, überwiegen die Kaufempfehlungen. Commerzbankchef Klaus-Peter Müller hatte zwar jüngst gewarnt, dass die Belastungen aus der Subprime-Krise höher ausfallen dürften als bisher mit 80 Mill. Euro veranschlagt. „Die Commerzbank steht aber auf soliden Beinen und kann die aktuelle Krise besser als frühere Krisen verkraften“, heißt es bei der SEB.

Die meisten Verkäufe gab es beim bayerischen Maschinenbauer Krones. Aufsichtsrat Norman Kronseder, der schon im Ende September Aktien über gut vier Mill. Euro verkauft hatte, stieß zuletzt Papiere über mehr als zwölf Mill. Euro ab. Die Analysten von Commerzbank Private Banking können dies in gewisser Weise verstehen. Sie sind zwar von der hohen Qualität des Unternehmens überzeugt, aufgrund der sehr guten Kursentwicklung sei die Aktie aber teuer. Bei einzelnen Transaktionen würden die Anleger zahlreichen Studien zufolge indes besser fahren, wenn sie den Käufen der Insider statt den Verkäufen folgten, sagt Fifam-Experte Schüssler.

Die meisten Käufe gab es in den vergangenen beiden Wochen beim Hamburger Call-Center-Betreiber D+S Europe. Sven Heyrowsky – seit Juli Vorstand – kaufte über die von ihm kontrollierte österreichische ASP Holding GmbH Aktien über 3,7 Mill. Euro. Auch fünf von sechs Analysten, die den im SDax notierten Wert beobachten, raten zum Kauf.

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