Handelsblatt Insider-Barometer
Top-Manager bleiben in Kauflaune

Der Kurssprung an den Börsen in den vergangenen Wochen hält Deutschlands Top-Manager nicht davon ab, weiter kräftig in Aktien ihrer Unternehmen zu investieren. Statt vorsichtiger zu agieren, zeigten die Manager in den letzten zwei Wochen überdurchschnittliche Handelsaktivitäten. Sie signalisieren damit, dass sie in den nächsten Monaten von deutlich steigenden Kursen ausgehen.

FRANKFURT. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking für das Handelsblatt berechnet, notierte zuletzt bei über 161 Punkten und damit nur knapp unter dem Niveau der letzten Berechnung.

Mit ihrem Verhalten am Aktienmarkt stehen die Top-Manager in krassem Gegensatz zu den meisten Bankstrategen, die gerade für das erste Quartal 2008 noch einmal mit deutlichen Belastungen rechnen. Erst am Freitag hatte Herbert Berger, Chef des Bereichs Kapitalmärkte die Dresdner Bank, "Schwierigkeiten für das erste Quartal“ vorhergesagt und dies mit einer möglichen Panikstimmung im Januar und Februar wegen erhöhter Rezessionsgefahren begründet.

"Das jüngste Verhalten der Insider setzt tatsächlich einen deutlichen Kontrapunkt“, sagt Olaf Stotz von der Fifam. Grund dafür ist der unterschiedliche Ansatz bei der Aktienbewertung. Vorstände, Aufsichtsräte sowie deren nahe Angehörige – die sogenannten Firmeninsider – nutzen bei ihren Kauf- und Verkaufsentscheidungen vor allen ihren internen Wissensvorsprung, während die Bankstrategen auch viele konjunkturelle und politische Aspekte mit einbeziehen. Während bei den meisten Unternehmen Auftragslage und Auslastung noch immer bestens aussehen, ziehen gerade von der konjunkturellen Seite dicke Wolken auf.

Bei den Insidern überwog zuletzt die Anzahl der Käufe deutlich der Anzahl der Verkäufe. Lediglich die Volumina lagen bei den Verkäufen höher. Beispielsweise hat beim schwäbischen TecDax-Unternehmen Bechtle- Vorstandschef Ralf Klenk für über 5,2 Mill. Euro Aktien verkauft, was den größten Deal in den letzten Wochen darstellte. Analysten interpretieren den Schritt als Gewinnmitnahme, nachdem die Aktie im laufenden Jahr zeitweise um mehr als 50 Prozent gestiegen ist. "Zudem ist die Aktie mit einer deutlichen Prämie zum Sektor bewertet“, heißt es von Commerzbank Private Banking. Jedenfalls räumte Vorstandschef Klenk nach dem Verkauf ein, einen "guten Preis“ erzielt zu haben.

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