Handelsblatt Insider-Barometer
Top-Manager fürchten Kursrückgänge

Der Dax eilt von Jahreshoch zu Jahreshoch, Deutschlands Top-Manager sind inzwischen jedoch so vorsichtig wie vor Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise im März 2007.

FRANKFURT. Das Insider-Barometer, das die Aktienkäufe und-verkäufe der Manager an ihrem jeweiligen Unternehmen misst, ist in den vergangenen beiden Wochen auf 92 Punkte und damit den tiefsten Stand seit fast zweieinhalb Jahren gesunken. Zum Vergleich: Im Schlussquartal 2008, als die Börsen ihre schwerste Phase seit Jahrzehnten durchstehen mussten, haben die Unternehmensinsider massiv gekauft. Das Insider-Barometer notierte damals auf Rekordhoch bei über 200 Punkten.

"Die Top-Manager werden ihrem Ruf als Frühindikator für mögliche Trendwechsel wieder einmal gerecht", sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Uni Aachen. Sein Institut wertet alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management die Aktienorders von Vorständen, Aufsichtsräten sowie deren Angehörigen aus. Die müssen diese innerhalb von fünf Tagen an die Börsenaufsicht BaFin melden. Speziell die Volumina der Verkäufe erreichten in den vergangenen Wochen Rekordstände.

Der aktuelle Barometer-Stand von nur noch 92 Punkten signalisiert gerade noch ein neutrales Bild, was die generellen Chancen am Aktienmarkt anbelangt. Unterhalb von 90 Punkten beginnt der Bereich, der zu genereller Verkaufsneigung rät. Da sich der allgemeine Abwärtstrend in dem Insider-Barometer bereits seit Monaten fortsetzt, ist nach Ansicht von Bölinger die Wahrscheinlichkeit groß, dass es schon in zwei Wochen unter die Marke von 90 Punkte fällt.

Dabei sind zur Barometer-Berechnung bereits mehrere Barrieren eingebaut, damit beispielsweise außergewöhnlich hohe oder viele Orders nicht kurzfristig das Bild extrem verzerren. Zum einen gehen die gewichteten Käufe und Verkäufe der vergangenen drei Monate hier ein. Zum anderen gibt es eine Kappungsgrenze von eine Million Euro bei Käufen und von fünf Millionen Euro bei Verkäufen, die extrem große Orders in ihrer Wirkung begrenzt.

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