Handelsblatt Insider-Barometer
Top-Manager kaufen weiter Aktien nach

Beim Handelsblatt Insider-Barometer setzt sich der Trend der Vorwochen fort: Anders als viele Kleinanleger nutzen deutsche Top-Manager die Turbulenzen an den Börsen um Aktien der eigenen Unternehmen stark nachzukaufen. Doch gerade der Wert, bei dem es in den vergangenen Wochen die größten Käufe gab, wird von Analysten eher kritisch beurteilt.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die Pflichtmitteilungen, die Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige über Geschäfte mit Aktien ihrer Unternehmen an die Börsenaufsicht BaFin liefern müssen, zeigen: Von den 132 Transaktionen, die in den vergangenen beiden Wochen gemeldet wurden, waren nur drei Verkäufe. Damit befindet sich das Insider-Barometer, das regelmäßig vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Uni Aachen für das Handelsblatt berechnet wird, auf einem Stand von 194,84 Punkten. Damit, sagt Christian Rouette vom Fifam, signalisierten die Unternehmensinsider auch weiterhin extremen Optimismus, was das künftige Entwicklungspotenzial dieser Aktien betrifft.

Das Insider-Barometer liegt nur noch knapp 13 Punkte von seinem Allzeithoch entfernt, das im April 2008 erreicht wurde. In der vergangenen Woche lag das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen bei 180 zu vier. Und noch immer sind außer der Anzahl auch die Volumina der Käufe überdurchschnittlich hoch. Der ursprüngliche Ansatz der Insider-Analyse, aus den Einblicken der Top-Manager in die Unternehmensgeschäfte und deren daraus resultierenden Anlageverhalten eine antizyklischen Ansatz zur aktuellen Marktsituation zu finden, wurde in der jetzigen Phase auf die Spitze getrieben.

Bei den Dax-Titeln fallen weiterhin Käufe bei Thyssen-Krupp ins Auge, bei denen innerhalb der letzten 14 Tage rund 60 000 Titel durch Insider erworben wurden. Die breite Masse der Käufe findet jedoch wie in der Vorwoche insbesondere bei kleineren Unternehmen statt. Dabei werden ausgerechnet die Aktien, bei denen es in den vergangenen Wochen die größten Käufe gab, von Experten eher kritisch bewertet. Das gilt speziell für den mit Abstand größten Kauf.

Für insgesamt etwas mehr als 60 Mio. Euro hat die dem schwäbischen Milliardär Adolf Merckle nahe stehende VEM Vermögensverwaltung ihren Anteil am MDax-Wert Heidelberg Cement erhöht. Die Analysten von Commerzbank Private Banking bezeichnen die Heidelcement-Aktie als im Sektorvergleich zu teuer und raten wegen des ihrer Ansicht nach viel zu hohen Verschuldungsgrades vom Kauf ab. Auch Bankhaus Lampe, Citigroup, Unicredit und WestLB beurteilten den Wert zuletzt pessimistischer. Die Aktie hat in den vergangenen vier Wochen rund ein Fünftel ihres Wertes eingebüßt, das 52-Wochen-Hoch liegt bei 118,27 Euro.



Hier finden Sie die aktuellsten Analysten-Einstufungen zu Heidelberg Cement.

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