Handelsblatt Insider-Barometer
Verkäufe von Insidern nehmen zu

Einige Top-Manager trennen sich verstärkt von den Aktien ihrer Unternehmen. Dadurch hat sich das Volumen der Verkäufe beim Insider-Barometer auch insgesamt erhöht. Doch im historischen Vergleich ist der Optimismus immer noch hoch. Von den aktuellen Turbulenzen beim Dax, der innerhalb einer Woche rund vier Prozent verlor, lassen sich die Firmeninsider kaum beeinflussen.

DÜSSELDORF. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen wöchentlich in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking erstellt, tendiert erneut leichter und notiert mit einem Barometerstand von 176,49 Punkten gut drei Punkte unter dem Vorwochenwert und über acht Punkte unter dem Wert von vor zwei Wochen. Zwar ist die Anzahl der Insiderkäufe wieder leicht angestiegen und liegt weiterhin deutlich über der Anzahl der Verkäufe, jedoch hat sich gleichzeitig das Volumen der Verkäufe erhöht.

„Insgesamt“, so stellt Christian Rouette vom Fifam fest, „haben die aktuell rückläufigen Kurse beim Dax noch nicht zu einer vergleichbaren Reaktion bei den Insidern geführt hat wie der Abschwung Anfang des Jahres als das Barometer mehrmals neue Höchststände setzte.“ Nichtsdestotrotz notiert das Insiderbarometer im historischen Vergleich nach wie vor hoch und dokumentiert damit einen nach wie vor hohen Optimismus der Top-Manager für den Aktienmarkt.

Der größte Verkauf

Ein Aktienpaket im Wert von rund 5,1 Mill. Euro hat die Nordex-Gründer-Familie Pedersen über ihre Firma Nordvest A/S verkaufen lassen (zwischen dem 13. und 16. Juni). Damit verfügt die Familie lediglich noch über 3,63 Prozent des Windenergieunternehmens. Bereits im April hatte sich Carsten Pedersen von Nordex-Anteilen im Wert von 1,89 Mill. Euro getrennt. Gründe für den Verkauf nannte die Nordvest nicht. Vergangene Woche gab es Spekulationen, wonach die Investmentbank Goldman Sachs, die mit 16,7 Prozent an Nordex beteiligt ist, ein größeres Aktienpakt verkaufen wolle.

Für die Analysten der Commerzbank ist die Aktie von Nordex trotz der günstigen Bewertung zurzeit nicht mehr als eine Halteposition. Cheuvreux hat die Bewertung für Nordex mit "Underperform" und einem Kursziel von 28 Euro wieder aufgenommen. Die Bruttomargen des Windkraftanlagenbauers dürften in diesem Jahr unter Druck geraten, prognostiziert Analyst Philipp Bumm. Lehman Brothers hatte die Aktie Ende Mai (nach Quartalszahlen) mit "Equal weight" und einem Kursziel von 30 Euro bestätigt. Analyst Rupesh Madlani betonte die Saisonaität im Geschäft des Windkraft-Analgenbauers, die auch im zweiten Quartal auf das Geschäft drücken werde.

Die größten Käufe

Beim Internetanbieter United Internet hat Vorstandsvorsitzender Ralph Dommermuth für rund 9,65 Mill. Euro eigene Aktien gekauft (am 12.06.). Die Ralph Dommermuth GmbH habe außerbörslich 701 700 Anteile zum Preis von 13,75 Euro je Aktie erworben, teilte das im TecDax notierte Unternehmen am Donnerstag mit. Insgesamt halte Dommermuth damit 35,8 Prozent an dem Unternehmen, die gekauften Aktien entsprächen 0,3 Prozent des Grundkapitals. Der Zukauf belege das Vertrauen Dommermuths in United Internet, erklärte ein Unternehmenssprecher. Zum Verkäufer des Aktienpakets machte er keine Angaben.

Bewertungstechnisch erachten die Analysten der Commerzbank sowohl United Internet als auch Freenet als attraktiv. Allerdings bleibe die Lage kurzfristig unklar, heißt es. United Internet hat sich an Freenet beteiligt und ist interessiert am DSL- und Webhosting-Geschäft. Freenet hat sich dem Verkauf durch eine Fusion mit Debitel entzogen (Abgeber ist der Finanzinvestor Permira, der dafür Freenet-Aktien erhält). Hierzu stehen jedoch noch Gerichtsurteile aus.

Bei der in Marburg ansässigen 3U Holding kaufte Vorstand Michael Schmidt am 19. Juni Aktien im Wert von fast 900 000 Euro (700 000 Stück außerbörslich zum Preis von je 1,32 Euro), entsprechend 3,29 Prozent der Marktkapitalisierung des Unternehmens. 3U hatte Ende Mai für das erste Quartal einen leicht rückläufigen Umsatz in Höhe von knapp 18,2 Mill. Euro und einen Gewinn von 1,8 Mill. Euro gemeldet. Die 1997 gegründete AG ist eine ursprünglich aus der Telekommunikationsbranche stammende, börsennotierte Management- und Beteiligungsgesellschaft, die sich auf Beteiligungen in den Bereichen innovative Technologien und Sanierungen spezialisiert.

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