Handelsblatt Insider-Barometer
Vorweihnachtliche Kauffreude bei Top-Managern

Das Insiderbarometer kann seine hohes Niveau erneut verteidigen. Nur die wenigsten Unternehmensinsider glauben demnach, dass die Kurse weiter absacken. Dagegen halten sie es unter langfristigen Gesichtspunkten für günstig, jetzt einzusteigen.

HB DÜSSELDORF. Das Insiderbarometer notiert mit 204,79 Punkten nahezu unverändert gegenüber der Vorwoche (plus 0,76 Punkte). Im zweiwöchigen Vergleich haben wir rund 4,7 Punkte eingebüßt. Dabei hat die Zahl der Insiderkäufe in dieser Woche wieder leicht abgenommen und erreicht in etwa das Niveau von Ende September. Dabei stehen aber 95 Käufen nur sechs Verkäufe gegenüber.

Es herrsche vorweihnachtliche Kauffreude, sagt Christian Rouette vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Technischen Universität Aachen. Das Institut berechnet mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt das Insider-Barometer, in dem diese Orders systematisch ausgewertet werden. Das Barometer rangiert immer noch nahe seinem Allzeithoch; bereits ab 110 Punkten signalisiert es eine überwiegende Kaufneigung der Insider. Die Unternehmenslenker, die einen weitaus größeren Einblick in die Zukunftsperspektiven der von ihnen gelenkten Unternehmens haben als gewöhnliche Aktionäre, schätzen demnach die weiteren Aussichten sehr viel besser ein als die meisten Analysten.

Der Optimismus der Manager stützt sich neben nicht ganz so pessimistischen Aussichten für das eigenen Unternehmen darauf, dass die Kursverluste der vergangenen Monate bereits weitgehend das Ende der Fahnenstange darstellen, so dass ein Einstieg jetzt langfristig gute Chancen verspricht.

Die größten Käufe und Verkäufe

Allerdings können ausgerechnet die größte Einzelorders in der aktuellen Tabelle nicht als Insider-Deals gewertet werden, aus denen Privatanleger tiefgehende Schlüsse ziehen können. So kaufte Susanne Klatten über ihre Beteiligunsggesellschaft Skion zwischen dem 28. November und dem 9. Dezember - für rund 108 Mio. Euro - weitere 5,96 Prozent am bereits von ihr beherrschten Spezialchemiekonzern Altana. Die Milliardärin hatte bereits vor Wochen angekündigt, das im MDax notierte Unternehmen komplett übernehmen und von der Börse nehmen zu wollen. Eine Erhöhung des Angebots wird von Analysten überwiegend ausgeschlossen.

Beim TecDax-Wert Conergy trennten sich Grazia Equity und 5r Private Equity am 26. November von Aktien im Wert von rund 2,02 Mio. Euro. Der Solartechnikkonzern hat mittlerweile seine Kapitalerhöhung abgeschlossen, die die Hamburger mit einer "Verbesserung der Bilanzstruktur" begründet hatten. Independent-Research-Analyst Sven Diermeier erhöhte am 4. Dezember sein Rating für die Aktie von Conergy aber lediglich von von "verkaufen" auf "reduzieren". Das Unternehmen hatte zuvor im Rahmen der Kapitalerhöhung 363 Mio. neue Aktien zum Bezugspreis von 1,10 Euro je Aktie ausgegeben. Die Bezugsrechtsquote hatte bei 49,5 Prozent gelegen. Von den nicht bezogenen Aktien übernahem die Dresdner Bank ca. 155 Mio. neue Aktien, die sie weiter veräußern wolle. Die Dresdner Bank war damit vorerst größter Aktionär der Gesellschaft mit 39 Prozent.

Die mögliche Investitionszurückhaltung der Kunden aufgrund von Konjunkturschwäche und Finanzkrise sowie die mögliche Platzierung der Papiere durch die Dresdner gelten als Risiko für die Aktie, deren Kursziel Diermeier von zuvor ein Euro auf 90 Cent senkte. Conergy selber rechnet auch im laufenden vierten Quartal mit einem Verlust. Man gehe von einem "deutlich negativen Ergebnis nach Steuern" aus, teilte das Unternehmen in seinem Zwischenbericht mit. Dies werde das Ergebnis für das Geschäftsjahrs zusätzlich belasten, hieß es. In den ersten neun Monaten hatte sich das Minus im fortgeführten Geschäft auf 98 Mio. Euro nahezu verdoppelt.

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