Handelsblatt-Interview mit Wulf von Schimmelmann
Postbank-Chef verteidigt Preisspanne

Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Preisspanne für die Aktie seines Unternehmens sei zu hoch angesetzt. "Mit dieser Spanne wurde allen Interessen Genüge getan. Zu hoch ist sie nicht", sagte Schimmelmann dem Handelsblatt.

FRANKFURT. Schimmelmann gestand ein, sein Unternehmen habe noch nicht alle Potenziale ausgenutzt. Man könne "zum Beispiel noch wesentlich mehr Produkte pro Kunde verkaufen". Das Interview im Wortlaut:

Handelsblatt: Herr von Schimmelmann, die Preisspanne liegt bei 31,50 bis 36,50 Euro. Das ist höher, als die Spannen, die in den letzten Tagen diskutiert wurden. Ist es nicht zu hoch?

Wulf von Schimmelmann: Nein. Die Untergrenze von 31,50 Euro entspricht einem Marktwert der Postbank von rund 5,17 Milliarden Euro. Mit dieser Spanne wurde allen Interessen Genüge getan. Zu hoch ist sie nicht, das sind die immer wieder genannten sechs Milliarden Euro abzüglich eines IPO-Abschlags von 16 Prozent. Und die Untergrenze liegt lediglich um fünf Prozent über den von den Investoren selbst öffentlich genannten 30 Euro, die sie bereit wären zu zahlen. Da sind wir der Käuferseite, denke ich, ein gutes Stück entgegengekommen. Ich bin mit diesem Ergebnis auf jeden Fall sehr zufrieden.

Wie ist das Feedback der Investoren? In den vergangenen Tagen haben alle Beteiligte in der Öffentlichkeit heftig um den Preis gerungen.

Die Stimmung ist ausgesprochen gut, was die Postbank-Aktie angeht. Unser Geschäftsmodell kommt gut an, das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass der Ruf der deutschen Banken insgesamt derzeit etwas gelitten hat. Neu hinzu gekommen während der Premarketingphase ist, dass die Investoren uns sogar als Wachstumswert betrachten, da wir noch erhebliches Potenzial haben. Denn wir können zum Beispiel noch wesentlich mehr Produkte pro Kunde verkaufen. Die Möglichkeiten, neue Kunden zu gewinnen sind ebenfalls noch lange nicht ausgeschöpft. Und man darf nicht vergessen: Wir legen unsere Gelder derzeit in einer Niedrigzinsphase an. Jeder Basispunkt nach oben hilft uns.

Glauben Sie, dass jetzt endlich Ruhe einkehrt und der für den 21. Juni angepeilte Börsengang normal ablaufen kann?

Sicherlich wird es auch in den kommenden Tagen noch die ein oder andere unzufriedene Stimme geben, aber alles in allem glaube ich, dass es jetzt eine ruhigere Diskussion geben wird. Im Ausland hat die Preisdiskussion ohnehin nicht in diesem Maße stattgefunden wie hier in Deutschland.

Wenn die Postbank endlich an der Börse ist, glauben Sie, dass dann die Spekulationen um einen Verkauf verstummen, oder geht das Geschachere dann erst so richtig los?

Dann ist Ruhe. Die Post hat sehr klar gemacht, dass sie dauerhaft ihre 50 Prozent an der Postbank halten will. Von daher können wir uns dann wieder voll auf unser Geschäft konzentrieren.

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