Handelsblatt-Umfrage
Profis empfehlen Finanztitel

Wer nach den deutlichen Kurszuwächsen im ersten Quartal weiter auf Aktien setzt, sollte Finanz- und Rohstofftitel kaufen. Das raten zehn international bedeutende Banken und Vermögensverwalter, die das Handelsblatt nach ihren favorisierten Branchen befragt hat.

FRANKFURT. Versorger wie Eon oder RWE, die noch zum Jahreswechsel bei vielen Börsianern ganz oben auf der Empfehlungsliste standen, zählen hingegen wegen der starken Kursgewinne nicht mehr zu den Top-Empfehlungen.

Großinvestoren und Privatanleger überprüfen derzeit ihre Depots, um speziell Aktien auszusortieren, die sich zuletzt gut entwickelt haben, jetzt aber kaum noch Kurspotenzial haben dürften. Ein weiterer Grund für die Umschichtungen ist, dass die internationalen Finanzmärkte gewöhnlich ab Mai und dann den gesamten Sommer kaum Zuwächse versprechen. Die marktbreiten Indizes treten in diesem Zeitraum häufig auf der Stelle. Bei den Anlegern steht deshalb „Stockpicking“, die gezielte Auswahl von Einzeltiteln und -branchen, im Vordergrund.

Experten von der Deutschen Bank, der niederländischen Großbank ABN Amro und der US-Investmentbank JP Morgan haben sich zuletzt kritischer zu Aktien von Energieversorgern geäußert als noch vor Jahresfrist. „Ihnen weht derzeit ein rauer Wind von Seiten der Regulierungsbehörden entgegen“, sagt Mislav Matejka von JP Morgan.

Einem internen Bewertungsschlüssel der Axa-Vermögensberater in Paris zufolge haben Finanz- und Rohstoffaktien ein besonders günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis. Diese Titel nehmen auch in den Depots internationaler Banken und Vermögensverwalter das größte Gewicht ein. Innerhalb des Finanzsektors empfehlen die Experten vom Bankhaus Metzler vor allem Institute, die sich dem eher defensiven Privatkunden- und Kreditgeschäft widmen.

Aktien aus den Bereichen Finanzen und Rohstoffe sind trotz der teils schon immens gestiegenen Kurse die Favoriten der Börsianer in den kommenden Monaten. Große Verlierer sind hingegen die Versorger, die bis vor kurzem ebenfalls noch als die Lieblinge auf dem Börsenparkett galten. Das ergab eine Umfrage unter zehn führenden internationalen Banken und Vermögensverwaltern. Ein genereller Trendwechsel weg von Aktien und hin zu anderen Anlageformen bleibt trotz eines Kursanstiegs im Dax von elf Prozent in der Spitze hingegen aus. „Wir haben den Aktienanteil in unserem Musterdepot lediglich von 65 Prozent im vergangenen Jahr auf aktuell 58 Prozent reduziert“, sagt Frank Naab, Leiter des Portfoliomanagements beim Frankfurter Bankhaus Metzler.

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