HBM Bioventures: Schweizer setzen auf das Potenzial der Biotechnologie

HBM Bioventures
Schweizer setzen auf das Potenzial der Biotechnologie

Die Stimmung am Kapitalmarkt ist nervös, und die Perspektiven der Pharmabranche gelten als getrübt. Von diesem widrigen Umfeld lässt sich die HBM Bioventures bei ihren Börsenplänen nicht abschrecken. Die Schweizer Investmentgruppe will bis zu 150 Millionen Franken erlösen.

FRANKFURT. Die auf junge Biotech- und Medizintechnik-Firmen spezialisierte Investmentgruppe will in den nächsten Wochen bis zu 1,55 Mill. Aktien im Volumen von bis zu 150 Mill. Franken platzieren. Geplant ist zwar nur ein Listing in Zürich. Gleichwohl hat das Management auch deutsche Investoren im Blick. "Wir wollen nun unsere Aktionärsbasis verbreitern und damit auch deutschen Anlegern eine Alternative bieten zum Investment in den großen etablierten Pharmawerten", so HBM-Geschäftsführer Andreas Wicki.

Die aktuellen Schwächen des Pharmasektors - geprägt durch wachsenden Preisdruck, härtere Zulassungsbedingungen und zahlreiche Flops in der Medikamentenentwicklung - will der HBM-Chef dabei gar nicht in Abrede stellen. Die Bedingungen für junge Biotechfirmen seien in diesem Umfeld letztlich gar nicht so schlecht. Er verweist unter anderem auf die Bereitschaft großer Pharmafirmen, sehr hohe Preise für neue Technologien zu zahlen. Nach einer eher schwierigen Phase biete der Life-Science-Sektor heute größeres Wertsteigerungs-Potenzial als in der Vergangenheit.

Im Jahr 2001 vom früheren Roche-Finanzchef Henri B. Meier (HBM) gegründet, wird HBM bisher von 1 400 privaten und institutionellen Schweizer Investoren finanziert. Sie haben zusammen gut eine Milliarde Schweizer Franken zu Durchschnittskursen von 92 Franken je Aktie in HBM eingebracht. Anders als die bereits seit langem börsennotierte BB Biotech AGversteht sich HBM vor allem als Venture-Kapital-Gruppe, die sich auf junge, nicht notierte Firmen konzentriert.

"Wir sind ein sehr aktiver Investor und befassen uns intensiv mit den Unternehmen", so Wicki. Mehr als die Hälfte des derzeitigen Kapitals steckt in etwa vier Dutzend privater Unternehmen und in einigen spezialisierten VC-Fonds. Lediglich ein Drittel entfällt auf bereits gelistete Firmen, wovon wiederum ein Großteil unter der Ägide von HBM an die Börse gegangen ist. Größte Positionen sind Anteile an den Biotechfirmen Basilea, Biomarin und Biovitrum.

Die durchschnittliche Wertsteigerung der bisherigen Engagements beziffert HBM auf rund neun Prozent pro Jahr. Nach Abzug von Management- und Verwaltungskosten (von etwa 1,5 Prozent pro Jahr) errechnet sich daraus für die bisherigen HBM-Aktionäre ein Wertanstieg ihrer Anteile auf rund 102 Franken je Aktie. Gemessen an der generellen Börsenentwicklung ist das bescheiden. Die meisten Biotechfonds und Branchenindizes, betont Wicki, habe man damit aber klar übertroffen.

Am inneren Wert von 102 Franken dürfte sich auch der Ausgabepreis für die neuen Anteile orientieren. Die Zeichnungsfrist für die von UBS geführte Emission läuft vom 7. bis 12. Februar.

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