Healthineers, DWS & Co. Deutschland vor Boom bei Börsengängen

Experten vermuten, dass es in Deutschland 2018 so viele Börsengänge wie schon seit zehn Jahren nicht mehr geben könnte. Die hiesigen Unternehmen hängen dem weltweiten Trend damit ein Jahr hinterher.
Update: 13.12.2017 - 16:14 Uhr 1 Kommentar
Experten erwarten 2018 deutlich mehr Börsengänge als in den vergangenen Jahren. Quelle: dpa
Prognostizierter Boom

Experten erwarten 2018 deutlich mehr Börsengänge als in den vergangenen Jahren.

(Foto: dpa)

MünchenDie Investmentbanker, Berater und Rechtsanwälte reiben sich schon die Hände. Wenn die Rahmenbedingungen aus geringen Kursschwankungen und rekordhohen Indizes im kommenden Jahr bestehen bleiben, dann dürfte 2018 eines der besten Jahre für Börsengänge in Deutschland werden. „Wir rechnen mit einer steigenden Zahl an Börsengängen in Deutschland – insgesamt erwarten wir zwischen 13 und 18 Erstemissionen“, sagt Martin Steinbach, Leiter des Bereichs Initial Public Offerings – abgekürzt IPOs – bei der Beratungsgesellschaft EY.

Im zu Ende gehenden Jahr wagten hierzulande zwölf Unternehmen mit nennenswerten Emissionen den Sprung auf das Börsenparkett – im europäischen Vergleich ein eher maues Ergebnis, in London und Skandinavien war deutlich mehr los.

Allerdings könnte 2018 ein wahres Festival für Börsengänge im deutschsprachigen Raum werden, denn eine ganze Reihe von Schwergewichten hat sich laut Investmentbankern bereits angekündigt: Siemens Healthineers (Medizintechnik), Knorr-Bremse, Deutsche Asset Management, HSE 24 (Einzelhandel), Awin (Werbevermarkter) und Springer Nature (Fachverlag). Auch der Glücksspielkonzern Novomatic könnte vielleicht einen zweiten Anlauf nehmen. Das addierte Emissionsvolumen veranschlagt ein IPO-Berater auf knapp 13 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Laut EY spielten die Börsengänge in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt 2,8 Milliarden Euro ein.

Sehr wahrscheinlich werden auch noch einige weitere Kandidaten dazukommen, die sich bisher noch nicht öffentlich geäußert haben. „Zukünftig werden auch mehr Familienunternehmen den Gang an die Börse wagen“, sagt Thomas Thurner, der bei Morgan Stanley den Bereich deutsche Aktienemissionen leitet. Ein IPO sei eine gute Möglichkeit, den Kapitalmarkt zu nutzen und eine Plattform zu haben, um die Wachstumsstrategie eines Unternehmens zu beschleunigen. „Ich denke, dass vielleicht eine Handvoll Firmen aus Deutschland diese Option nutzen werden“, vermutet Thurner.

Zwar liegt dem deutschen Anleger der Börsenplatz Frankfurt am meisten am Herzen, die Musik spielt aber weiterhin in den USA und zunehmend auch in China. Weltweit wurden 2017 insgesamt 1624 IPOs gezählt, 49 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In China inklusive Hongkong standen 582 Unternehmen neu an der Kurstafel, mehr als doppelt so viele wie in Europa.

Chinesen laufen sich warm

Laut der Fondsboutique Gamax könnten einige Technologieunternehmen im kommenden Jahr wieder Börsengeschichte schreiben. Beim Bettenvermittler Airbnb liefen die Vorbereitungen für einen Börsengang auf Hochtouren, auch der schwedische Musik-Streamingdienst Spotify stehe bereit für eine direkte Registrierung an der New Yorker Börse. Sein chinesisches Pendant Tencent Music bereit ebenfalls einen IPO vor, geht aus einer Übersicht von Gamax hervor. Auch der chinesische Apple-Konkurrent Xiaomi hat sein Debüt für das kommende Jahr geplant. Der Unternehmenswert des Herstellers von Smartphones und Fitnessarmbändern wurde zuletzt zwischen 70 und 100 Milliarden Dollar geschätzt.

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