Hedge-Fonds brauchen Eigenkapital
Neue IPO-Kandidaten entdecken die Börse

Bisher war die Kapitalbeschaffung über die Börse für Hedge-Fonds kein Thema. Nachdem die Behörden eine bessere Aufsicht und mehr Transparenz der teilweise weiter wenig regulierten Geldpools fordern, übt die Börse als Kapitalquelle für Hedge-Fonds einen größeren Reiz aus.

FRANKFURT/M. Und dies, obwohl die großen Akteure der boomenden Branche in Geld schwimmen. Institutionelle Investoren haben Hedge-Fonds zuletzt mit Kapital überflutet. Zahlen von Marktforschern der Hennessee Hedge Fund Advisory Group zeigen, dass das von Hedge-Fonds verwaltete Vermögen 2004 um 27 Prozent auf weit über 1 Billion US-Dollar gestiegen ist. Der größte Teil der Steigerung – nämlich 17 Prozent – entfiel auf Mittelzuflüsse.

„Für Hedge-Fonds-Unternehmen ist der Börsengang durchaus interessant“, sagt Lawrence C. Salameno von der Permal Group. Der zu Frankreichs Sequana Capital gehörende Hedge-Fonds-Dachfonds zählt mit einem verwalteten Vermögen von über 20 Mrd. Dollar zu den großen der Branche. Mehrere US-Hedge-Fonds hätten zuletzt laut über ein IPO nachgedacht, sagt Salameno. Dabei dürfte es weniger um den Ausstieg der Firmengründer sowie von Aktionären der ersten Stunde, als vielmehr um die Beschaffung frischen Eigenkapitals gehen. Auch Sequana denke darüber nach, bis zu 35 Prozent des Permal-Aktienkapitals über die Börse zu platzieren. Sequana gehört mehrheitlich zur italienischen Agnelli-Familie. In den vergangenen Wochen waren an den US-Börsen Gerüchte über den Börsengang des 12 Mrd. Dollar verwaltenden Hedge-Fonds Citadel Investments Group aufgekommen. Das Unternehmen dementiert solche Pläne jedoch kategorisch.

Als weiterer IPO-Kandidat gilt die 14 Mrd. Dollar verwaltende GLG Partners in London. Das Unternehmen hatte kürzlich einen Administrationsspezialisten von Goldman Sachs abgeworben. An der Börse wird dies als Vorbereitung für ein anstehendes IPO gewertet.

Die Ertragsstärke großer Hedge-Fonds hat bei Banken Begehrlichkeiten geweckt. So ist das Institut Lehman Brothers, das einen Anteil von 20 Prozent an GLG Partners hält, kürzlich bei Ospraie eingestiegen, der ein Anlagevermögen von mehr als zwei Mrd. Dollar vornehmlich in Rohstoffen investiert. Auch Ospraie gilt in Finanzkreisen als möglicher IPO-Kandidat. Zuvor hatte sich JP Morgan eine Mehrheitsbeteiligung an Highbridge Capital Management gesichert.

Mit der Man Group – der weltgrößte bankenunabhängigen Hedge-Fonds-Anbieter – und Rab Capital sind in Europa zwei Verwalter börsennotiert. Rab will jetzt der Fonds-Tochter Rab Special Situations Company 100 Mill. Pfund Sterling frisches Kapital über ein IPO beschaffen.

„Wir ignorieren die Möglichkeiten eines IPO nicht, doch ist dies für uns kein aktuelles Thema“, sagt dagegen Lars Jäger von der Schweizer Partners Group. Auch für die zur Quandt-Familie gehörende Auda-Gruppe, die ein Vermögen in Höhe von 3,4 Mrd. Dollar verwaltet, ist der Gang an die Börse kein Thema.

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