Hedge-Fonds
Die Börse als Geldquelle

Die Bremswirkung der Subprime-Krise wird den Boom der Hedge-Fonds verlangsamen, jedoch nicht zum Halten bringen. Davon sind führende Vertreter des jungen Finanzdienstleistungszweigs überzeugt. So soll der Anteil von Alternativ-Investments bis zum Jahr 2009 weiter aufgestockt werden.

FRANKFURT. Alfred Gantner, Executive Chairman der schweizerischen Partners Group AG, spricht gegenüber dieser Zeitung von unverändert guten Wachstumsperspektiven der Branche. Dieser Optimismus wird durch eine aktuelle Studie von Russell Investments untermauert. Danach wollen Institutionelle den Anteil von Alternativ-Investments bis zum Jahr 2009 weiter aufstocken. „In Europa soll die Quote von 7,4 auf 8,4 Prozent und in Nordamerika sogar von 7,5 auf 8,9 Prozent steigen“, sagt Russell-Experte Jon Baillie.

„Institutionelle Investoren werden dabei die Hedge-Fonds-Quote zulasten von Immobilien und Private Equity aufstocken“, sagt Peter Clarke, Vorstandsvorsitzender der weltgrößten Hedge-Fonds-Gesellschaft Man Group plc, und sieht seine Branche im Vergleich zu konkurrierenden alternativen Anlagen in der Favoritenrolle, wie er im Handelsblatt-Gespräch betont. Dass Man und Partners Group ihr Wachstum als gelistete Gesellschaften problemlos über die Aktienbörsen finanzieren könnten, hat die Konkurrenz wachgerüttelt. Immer mehr Hedge-Fonds planen Initial Public Offerings (IPO. Dabei wird unterschieden in Börsengänge einzelner geschlossener Hedge-Fonds – sogenannter „permanent capital vehicles“ – und in IPOs von Hedge-Fonds-Management-Gesellschaften, wie es Man Group plc und Partners Group AG sind. Immer mehr Hedge-Fonds wollen die Börse als Kapitalquelle nutzen. Mark James von ABN Amro in London geht davon aus, dass sowohl einzelne Hedge-Fonds als auch Hedge-Fonds-Gesellschaften die Börse als Kapitalquelle nutzen werden.

Im Jahr 2006 erreichte die IPO-Welle bei Hedge-Fonds mit zwölf Emissionen ihren vorläufigen Höhepunkt. Wegen der Subprime-Krise ist das Emissionsgeschäft zuletzt abgeflaut. Die Zahl der Hedge-Fonds-IPOs liegt nach Berechnungen von ABN Amro im Jahr 2007 bisher bei acht.

Immer mehr Akteure der Branche erkennen die Vorteile des Börsengangs – nämlich die Beschaffung von permanent für Investmentzwecke zur Verfügung stehendem Eigenkapital. Peter Clarke sieht diesen Trend als weiteren Beweis für den hohen Reifegrad der Branche. „Vom Emittenten-Standpunkt ist der Börsengang eine Traumsituation“, sagt John Millar von Merrill Lynch. Grund: Börsennotierte Fonds laufen keine Gefahr, dass unzufriedene Anteilseigner ihre Fondsanteile mit Kündigungsfristen zwischen 30 und 90 Tagen zurückgeben und sich Fonds durch Verkäufe bestehender Positionen dann das notwendige Kapital beschaffen müssen.

Der Börsengang hat einen weiteren Vorteil; denn „wer sich über die Wertpapierbörse Eigenkapital beschafft, ist wesentlich flexibler in der Umsetzung längerfristiger Investments“, sagt Millar. Dies ermöglicht gerade den Aktivisten unter den Hedge-Fonds-Managern einen zunehmenden längerfristigen Einfluss auf Manager von Unternehmen, in denen sie eingestiegen sind.

Nach den Börsengängen von Hedge-Fonds wie Gottex Fund Management Holdings, Och-Ziff Capital Management und GLG Partners stehen weitere Kandidaten vor der Tür – so der auf Devisenanlagen spezialisierte britische Hedge-Fonds Record. Auch die rund sechs Mrd. Dollar verwaltende Pershing Square Capital Management plant nach Angaben des Firmengründers William Ackman das Listing eines seiner Single-Hedge-Fonds. „Für uns wäre es gut, permanentes Eigenkapital zur Verfügung zu haben“, sagt Ackman, der den Zeitpunkt für das Listing offenlässt.

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