Hedgefonds: Klageverlegung schiebt Porsche-Aktien an

Hedgefonds
Klageverlegung schiebt Porsche-Aktien an

Porsche konnte die US-Kläger überzeugen, in Deutschland zu verhandeln. Als Folge gewinnt die Aktie mehr als drei Prozent hinzu. Grund dafür: Mögliche Entschädigungszahlungen würden in Deutschland geringer ausfallen.
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FrankfurtIm Gerangel um die milliardenschwere Klage von Hedgefonds gegen Porsche hat der Sportwagenbauer einen Etappensieg erzielt. In dem Rechtsstreit um die Übernahmeschlacht mit Volkswagen wird die Klage der 26 Hedgefonds nun künftig in Deutschland und nicht in den USA verhandelt. Für Porsche ist das mit Blick auf den möglichen Prozessausgang positiv, denn Richter legen in den USA zumeist deutlich höhere finanzielle Entschädigungen fest als ihre Kollegen in Deutschland. Die Porsche-Aktien, die in keinem der großen Indizes gelistet sind, reagierten am Freitag prompt: Die Titel legten zeitweise 3,6 Prozent auf 66,41 Euro zu.

Analysten begrüßten die Verlegung. "Die Entscheidung ist positiv für Porsche, da mögliche Entschädigungszahlungen in Deutschland weitaus geringer ausfallen könnten als in den USA", schrieb Equinet-Analyst Tim Schuldt in einem Kommentar. Die Klageverlegung sei aber nicht überraschend gekommen. Schuldt wies zudem daraufhin, dass ungeachtet der Verlegung dieses Verfahrens nach Deutschland in USA noch weitere Prozesse anhängig seien.

Einige Hedgefonds werfen der Porsche Holding Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung wegen der Transaktionen mit VW-Aktien im Jahr 2008 vor. Die Fonds sprechen von einem Schaden von mehr als 1,4 Milliarden Dollar. Im Dezember hatte ein New Yorker Berufungsgericht entschieden, dass New York der falsche Ort für die Klage gegen Porsche sei. Die Hedgefonds hatten danach 30 Tage Zeit, Rechtsmittel vor dem höchsten Gericht von New York, dem New York State Court of Appeals, einzulegen. Darauf verzichteten sie nun, wie die Porsche Holding am Donnerstagabend nach einer Einigung mit den Klägern mitteilte. Im Gegenzug können die 26 Hedgefonds ihre Klage nun in Deutschland einreichen. Wenn sie dies binnen 90 Tagen tun, will Porsche nach eigenen Angaben nicht argumentieren, dass die Ansprüche bereits verjährt sind.

In einem zweiten Gerichtsverfahren in den USA geht es Porsche zufolge um eine 2,5 Milliarden Dollar schwere Klage von 46 Klägern. Hier rechnet das Unternehmen mit einem baldigen Urteil im Berufungsverfahren vor einem New Yorker District Court.

In dem jahrelangen Rechtsstreit geht es um eine angebliche Manipulation des Börsenkurses von VW-Stammaktien mit Hilfe von komplexen Optionsgeschäften. Die Porsche Holding hatte sich seit 2005 in Trippelschritten bei VW eingekauft, im März 2008 aber verneint, dass sie den viel größeren Wolfsburger Konzern beherrschen wollte. Im Oktober 2008 ließen die Stuttgarter dann aber die Katze aus dem Sack: Sie gaben bekannt, dass sie sich direkt und indirekt bereits Zugriff auf fast 75 Prozent der VW-Stimmrechte gesichert hatten.

An der Börse hatten viele Investoren angesichts der Mitteilung im März aber auf fallende VW-Kurse gewettet. Sie hatten sich VW-Aktien geliehen und diese verkauft - mit dem Ziel, sie später billiger zurückzukaufen. Nun wurden sie auf dem falschen Fuß erwischt und mussten um jeden Preis die knappen Aktien zurückerwerben. Die VW-Stämme schossen zeitweise auf über 1000 Euro in die Höhe.

Inzwischen hat sich die Geschichte jedoch völlig gedreht. Denn erst musste Porsche den Übernahmeversuch auf Grund der Finanzkrise ganz abblasen, da den Stuttgartern das Geld dafür ausging. Dann griff im Gegenzug VW an und dies auch erfolgreich: Seit dem Sommer gehört die Automarke zum Wolfsburger Konzern. Die Porsche Holding besitzt aber noch gut die Hälfte der Stimmrechte an VW.

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