Heimische Finanztitel bei Analysten wenig geschätzt
Deutsche Bank hängt die Konkurrenz ab

Für Aktien deutscher Großbanken können sich nicht viele Experten erwärmen. Manche Wertpapierprofis fällen sogar ein extrem negatives Urteil. Wesentlich besser bei der Beurteilung kommt die Deutsche Bank weg. Sie hat die einheimische Konkurrenz bei Rendite und Börsenwert schließlich auch um Klassen abgehängt.

FRANKFURT/M. Zu den Aktien der deutschen Großbanken hat Dieter Hein, Analyst bei Fair Research, eine klare Meinung: „Es gibt für normale Anleger keinen Grund, sie zu kaufen.“ Selbst in guten Jahren könnten die Banken nur eine –international bescheidene – Rendite von zehn bis zwölf Prozent erwirtschaften. Und in schlechten Zeiten drohten bei manchen Instituten böse Überraschungen. Heins Schlussfolgerung: „Das Risiko der Aktien ist im Verhältnis zum Ertrag einfach zu hoch.“ Erwägenswert seien die Titel höchstens aus spekulativen Motiven, etwa bei Übernahmegerüchten.

Ein derart negatives Urteil fällt die Masse der Wertpapier-Profis sicher nicht. Auffällig ist aber, dass sich für die Papiere von Commerzbank und Hypo-Vereinsbank (HVB) nicht viele Experten erwärmen. Nach Angaben des Informationsdienstes Bloomberg empfiehlt nur ein gutes Drittel der Analysten die Commerzbank zum Kauf. Bei der HVB würden nur 13 Prozent zugreifen, ein Drittel aber verkaufen.

Wesentlich besser kommt die Deutsche Bank weg, die von der Hälfte der Analysten zum Kauf empfohlen wird. Auch wenn Konzernchef Josef Ackermann sein ehrgeiziges Ziel eines Vorsteuergewinns von 25 Prozent 2005 nach Meinung der Finanzszene knapp verfehlen dürfte, hat die Deutsche die einheimische Konkurrenz bei Rendite und Börsenwert längst um Klassen abgehängt. Zudem konnte der Branchenprimus als einziger des Trios im dritten Quartal überzeugen. Entgegen manchen Befürchtungen entwickelte sich das Geschäft mit Anleihen erfreulich. Das ist wichtig, weil diese Sparte der größte Ertragsbringer im Konzern ist. Da zudem das Filialgeschäft floriert, hat Robert Mazzuoli, Analyst bei der ING BHF Bank, die Aktie nach den Quartalszahlen von „halten“ auf „kaufen“ mit einem Kursziel von 72 Euro heraufgestuft. Aktuell notiert der Titel bei knapp 64 Euro. Zusätzliche Phantasie bringt der Umbau des Investment-Banking.

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