Hersteller von Impfstoffen gelten als aussichtsreich
Pharmatitel profitieren von Grippe-Angst

Die Angst vor einer Grippe-Pandemie durch das Vogelgrippe-Virus treibt die Aktienkurse der Hersteller von Medikamenten und Impfstoffen in die Höhe.

DÜSSELDORF. Analysten haben rund ein Dutzend Unternehmen ausgemacht, deren Umsätze in Verbindung mit Medikamenten und Impfstoffen gegen das gefürchtete H5N1-Virus stehen. Deren Kurse legten seit Jahresbeginn zwischen 16 und 43 Prozent zu. Der MSCI World Pharma/Biotech-Index gewann seit Jahresbeginn hingegen nur acht Prozent.

Aktienstrategen halten die Branche zwar weiter für aussichtsreich, verweisen aber auch darauf, dass die Umsatzanteile von Grippemedikamenten bei großen Pharmatiteln eher gering sind. „Auf längere Sicht stellen die möglichen Hersteller von Impfstoffen die attraktivere Investmentgelegenheit dar“, urteilt etwa David Beadle, Pharma-Analyst von UBS. Unter den Medikamenten haben lediglich Tamiflu des schweizerischen Pharmakonzerns Roche und Relenza des britischen Unternehmens Glaxo-Smithkline bislang ihre Wirksamkeit gegen die Symptome des Vogelgrippe-Virus bewiesen. Auf Tamiflu etwa entfallen nur knapp vier Prozent des für das laufende Jahr erwarteten Konzenumsatzes des Pharmagiganten Roche. „Tamiflu ist gemessen an den Konzernumsätzen von Roche noch immer ein kleines Medikament“, urteilt Holger Geißler, Manager des DWS Pharmafonds.

Als aussichtsreich könnte sich auch nach Meinung von DWS-Manager Geißler ein Blick auf die Entwickler von Impfstoffen erweisen, da bislang noch keine Impfung gegen das Vogelgrippe-Virus möglich ist. „Wir sehen bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das H5N1-Virus derzeit Sanofi-Aventis am besten positioniert“, urteilt etwa die UBS in einer Studie. Sanofi-Aventis profitiert zudem unabhängig von allen Krisenszenarien von seiner starken Stellung im Markt für herkömmliche Grippeimpfstoffe. „Von den weltweiten Kapazitäten von 300 Millionen Dosen entfallen rund die Hälfte auf Sanofi-Aventis“, sagt Timo Kürschner, Investmentanalyst der Landesbank Baden-Württemberg. Sanofi-Aventis gilt mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 für 2006 zudem als einer der günstigsten europäischen Pharmakonzerne. Die Franzosen erwarben zudem die Lizenz für einen von dem niederländischen Biotech-Unternehmen Crucell entwickelten Wirkstoff, der eine schnellere Produktion eines Impfstoffs gegen die Vogelgrippe ermöglichen könnte. Im Gegenzug könnte auch Crucell künftig in den Genuss von Provisionen kommen. Derzeit wird Crucell an der Börse mit knapp einer Milliarde Euro bewertet und schreibt noch Verluste.

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