High-Tech- und Medienwerte sind Favoriten
Strategen warnen vor zuviel Optimismus

Auf große Spekulationsblasen folgt oft noch eine Echoblase. Dieses Phänomen untersucht der Wirtschafts-Nobelpreisträger Vernon Smith bereits seit Jahren. Aus aktuellem Anlass greifen es jetzt vermehrt auch Analysten und Marktstrategen auf. Nach der Aktienmarktrallye der vergangenen sechs Monate sehen sie nämlich deutliche Zeichen, dass bei vielen Anlegern schon wieder Gier vor Vernunft geht.

DÜSSELDORF. Investoren seien erneut übertrieben optimistisch, setzten auf die gleichen riskanten Werte wie vor drei Jahren und seien sogar schon wieder zunehmend bereit, Aktien auf Pump zu kaufen. Nicht gerade beruhigend ist dabei, dass Insider verstärkt Aktien verkaufen. Vor allem die Vorstände von Technologiefirmen wie Dell und Microsoft verkauften zuletzt Aktien ihrer Unternehmen im großen Stil.

„All diese Zeichen sind ein Grund zur Sorge“, sagt Marktstratege James Montier von der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein in London. Wie zum Ende der 90er Jahre setzten Anleger in jüngster Zeit mit Vorliebe auf Technologie-Aktien, Medien und verstärkt auch Telekomwerte, stellt er fest: „Wenn Sie die besten 10 Werte von 1999 nehmen und deren Kursentwicklung heute betrachten, dann sehen Sie eine durchschnittliche Kursverbesserung von 73 %“, hat er errechnet. In der gleichen Zeit sei der breit gefasste S&P 500 Index lediglich um 15 % gestiegen. Die an der technologielastigen Nasdaq gehandelten Werte haben ein durchschnittliches Kurs- Gewinn-Verhältnis von 42 erreicht. Der langfristige Durchschnitt liegt jedoch unter 15.

Dass Anleger gerne den gleichen Fehler zweimal machen ist nicht neu. Im 19. Jahrhundert waren Eisenbahnen das große Spekulationsobjekt. Die Blase platzte 1845, als die Kurse 70 % ihres Werts verloren. 1850 holten sie 20 % davon wieder ein, danach fielen die Kurse dauerhaft auf sehr niedrige Niveaus zurück. Smith fand heraus dass Anleger erst beim dritten Mal schlau werden „Wenn eine Gruppe zweimal eine Blase und einen Crash erlebt hat, orientiert sie sich beim dritten Mal nur noch an den Fundamentaldaten.“

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