Hilfe im Abwehrkampf
Katar erfreut Hochtief-Aktionäre

Hochtief will eine Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS um jeden Preis verhindern. Dazu holen sich die Essener Unterstützung aus Katar. Das Emirat steigt mit knapp zehn Prozent bei Hochtief ein und durchkreuzt damit die Pläne der Spanier. Aktionäre und Anlegerschützer freuen sich schon auf die Ankunft der Scheichs.
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HB DÜSSELDORF. Im Abwehrkampf gegen den spanischen Angreifer ACS springt dem Essener Baukonzern Hochtief das Emirat Katar als neuer Großaktionär zur Seite. Damit könnten die Karten im Poker um die Zukunft von Deutschlands größtem Baukonzern neu gemischt werden. Der Aktienkurs von Hochtief stieg um knapp drei Prozent auf 61,85 Euro.



Aktionärsschützer bewerten den Einstieg als wichtiges Zeichen im Übernahmekampf. "Es ist ein Signal der Hoffnung", sagte Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Es muss aber noch mehr aus Katar kommen", betonte Cabras.

Hochtief teilte am Montag mit, die Qatar Holding LLC als Anteilseigner gewonnen zu haben. Das Investmentunternehmen des Emirats Katar solle 9,1 Prozent am neuen Grundkapital von Hochtief halten. Spekulationen über einen Einstieg des Emirats, das auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ausrichtet und dafür Milliarden-Investitionen in die Stadien und Infrastruktur angekündigt hat, gibt es seit Wochen. Hochtief plant eine strategische Zusammenarbeit mit Katar und schielt auf Aufträge für das Sportgroßereignis. ACS wollte sich zunächst nicht äußern.

Um Qatar Holding ins Boot zu holen, erhöht Hochtief das Grundkapital um rund zehn Prozent. ACS bleibt dabei außen vor - die Kapitalerhöhung wird unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre umgesetzt. Der Ausgabepreis je Aktie betrage 57,114 Euro. Damit flössen Hochtief rund 400 Mio. Euro zu. Der Ad-hoc-Ausschuss des Aufsichtsrats - in ihm sitzen keine Vertreter des Großaktionärs ACS - habe der Kapitalerhöhung bereits zugestimmt, hieß es.

Hochtief und die Qatar Holding wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen und weitere Bereiche für Kooperationen erkunden. "Wir werden unser Know-how für die Ausrichtung der WM anbieten", kündigte ein Hochtief-Sprecher an. Der Einstieg Katars sei ein "deutliches Signal an ACS", hieß es in Finanzkreisen. Mit dem Emirat, das politisch und wirtschaftlich bestens verdrahtet ist, sitze eine neue Partei mit am Tisch.

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  • Nach dem Motto "Lieber Katar als Madrid"
    Nicht wundern aber wenn die andere EU-Staaten das auch tun!

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