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Hintergrund: Türkischer Aktienmarkt reagiert gelassen auf 'Nein' der Franzosen

Der türkische Aktienmarkt hat gelassen auf die Ablehnung der EU-Verfassung in Frankreich reagiert. Der gefürchtete Kursrutsch am Bosporus ist damit ausgeblieben.

dpa-afx FRANKFURT/LONDON. Der türkische Aktienmarkt hat gelassen auf die Ablehnung der EU-Verfassung in Frankreich reagiert. Der gefürchtete Kursrutsch am Bosporus ist damit ausgeblieben. Die Ablehnung der Franzosen habe die türkischen Investoren nicht überrascht: "Die Börse hatte mit dem 'Nein' der Franzosen gerechnet", sagte Mike Bayer, Türkeiexperte bei der Ceros Vermögensverwaltung. Der Markt habe entsprechende Kursverluste bereits in der Vorwoche vorweggenommen. Die Absage der Franzosen an die europäische Verfassung bremse zwar die Integration der Türkei in das europäische Bündnis, stoppe sie aber nicht.

"Die Franzosen wollten vor allem ihrer eigenen Regierung einen Denkzettel verpassen", stellte Bayer, Manager des Fonds "Türkei75+", fest. Bei der Abstimmung der Franzosen sei es in erster Linie um binnenwirtschaftliche Probleme in Frankreich gegangen. "Für die Türkei ist es weiterhin wichtig, den Reformprozess voranzutreiben. Vor allem die wirtschaftliche Stabilisierung im Sinne von sinkenden Inflationsraten und steigendem Wirtschaftswachstum sollte hierbei im Mittelpunkt stehen".

Aktienhändlerin Andrea Ardavany, Händlerin für europäische Schwellenmärkte der Creditanstalt Bank Austria in London hob den Beginn der Beitrittsverhandlungen für die Türkei Anfang Oktober hervor. "Es war klar, dass die Franzosen die EU-Verfassung ablehnen würden". Enttäuschung habe es am Aktienmarkt nicht gegeben. "Lediglich zum Auftakt rutschten die Kurse ab, drehten aber sofort ins Plus". Kursstützend hätten auch Äußerungen türkischer Politiker gewirkt.

So hat das Ergebnis des Referendums nach Einschätzung des türkischen Außenministers Abdullah Gül keinerlei Auswirkung auf den EU-Beitrittsprozess der Türkei. "In der EU wechseln jederzeit Regierungen, Parteien kommen und gehen. Das alles betrifft uns nicht", sagte Gül noch vor Bekanntwerden der ersten Prognosen am Sonntagabend. Die EU habe einstimmig beschlossen, die Verhandlungen mit der Türkei am 3. Oktober aufzunehmen.

In der Türkei stieg der ISE National 100 Index bis zum Mittag um 1,19 Prozent auf 24 743 Zähler. Der ISE National 30-Index gewann 1,28 Prozent auf 31 659 Punkte. Der DJ Turkey Titans 20 stieg um 1,75 Prozent auf 242 Zähler./s

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