Hochtief-Tocher
Concessions will Anfang Dezember an die Börse

Der größte Börsengang seit zwei Jahren nimmt Konturen an: Ab heute werden Aktien der Hochtief-Tochter Concessions zwischen 24 und 29 Euro angeboten. Sie sind nicht allein: Für 2010 sind weitere zahlreiche Börsengänge geplant - auch der Windkraft- und Solarparkprojektierer Scan Energy präsentiert heute seine Details zum Gang an die Börse.
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FRANKFURT/DÜSSELDORF. Hochtief Concessions, die Infrastruktur-Tochter des Baukonzerns Hochtief, plant die Erstnotiz ihrer Aktien für den 4. Dezember. Die Preisspanne soll zwischen 24 und 29 Euro liegen. Das teilte der Mutterkonzern am Donnerstagabend mit. Die Zeichnungsfrist beginnt heute und dauert bis zum 3. Dezember. Begleitet wird die Emission von der Deutschen Bank, Goldman Sachs und der Citigroup.

Insgesamt sollen bei der Emission zwischen 882 Mio. und 1,005 Mrd. Euro erlöst werden, teilte der Konzern mit. Davon sollen rund 600 Mio. Euro im Rahmen einer Kapitalerhöhung an Concessions fließen. Bis zu 400 Mio. Euro sollen an die Mutter Hochtief gehen. Noch nicht festgelegt ist die Anzahl der Aktien, die platziert werden sollen. Das Angebot umfasst 25 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung und bis zu 9,44 Mio. Aktien von Hochtief. Insgesamt will die Mutter nach dem Börsengang mit einem Anteil von 51 Prozent an Concessions beteiligt bleiben.

Mit dem Termin am 4. Dezember erfüllt Concessions auch die Bitten der Investoren. Je näher das Jahresende für sie rückt, umso geringer ist deren Neigung, in Großinvestments einzusteigen.

"Die Preisspanne liegt leicht über meinen ursprünglichen Erwartungen", sagte Jens Jung dem Handelsblatt. Der Analyst der BHF Bank sieht das Papier als langfristige Geldanlage, die sicherlich mit einer entsprechenden Dividende dotiert werde. Er erwartet, dass das Flughafengeschäft und soziale Infrastrukturprojekte für das Hauptwachstum der Hochtief-Tochter sorgen werden.

Hochtief Concessions betreibt mit Partnern Konzessions- und Betreiberprojekte über Beteiligungsgesellschaften in den Bereichen Flughäfen, Straßen und soziale Infrastruktur. So ist das Unternehmen an sechs Flughäfen wie dem in Düsseldorf sowie an 750 Kilometern Straßen und 90 öffentlichen Einrichtungen wie Schulen beteiligt. Es ist nach eigenen Angaben geplant, in den nächsten fünf Jahren bis zu 500 Mio. Euro in bestehende Projekte zu investieren. Hochtief-Aktien dämmten bis zum Donnerstagabend ihre Verluste etwas ein und verloren zuletzt noch 2,14 Prozent auf 55,36 Euro.

Am heutigen Freitag präsentiert auch der dänische Windkraft- und Solarparkprojektierer Scan Energy Details zu seinem Börsengang an der Deutschen Börse, der ebenfalls um diesen Termin herum stattfinden soll. Das Emissionsvolumen soll allerdings ungleich kleiner sein und sich bei rund 200 Mio. Euro bewegen. Konsortialführer ist HSBC Trinkaus.

Das plötzliche Interesse am Börsengang überrascht insofern, als es bisher mit dem chinesischen Telekomdienstleister Vtion Wireless nur eine relativ kleine Emission über 55 Mio. Euro im Premiumsegment Prime Standard der Deutschen Börse gegeben hat.

Der letzte Börsengang im Milliardenbereich war der Hamburger Hafen im November 2007.

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