Hochzinsanleihen
Junk-Bonds schlagen sich gut

Die Kurse von Junk-Bonds sind im ersten Quartal so stark gestiegen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Gute Wirtschaftslage und rückläufige Zahlungsausfälle treiben die Kurse von Hochzinsanleihen.

FRANKFURT. „Der Markt für auf Euro lautende Papiere hat sich besser entwickelt, als viele Investoren erwartet haben“, sagt Saida Eggerstedt, Fondsmanagerin bei Union Investment. In den ersten drei Monaten 2006 erzielten Anleger mit Junk-Bonds im Schnitt Gesamterträge aus Kursgewinnen und Zinseinnahmen von knapp 3,3 Prozent. Mit Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit guter Bonität fuhren Investoren dagegen Verluste ein.

Junk-Bonds sind Anleihen von Unternehmen, denen die Ratingagenturen eine schlechte Kreditwürdigkeit bescheinigen. Das höhere Risiko von Zahlungsausfällen gleichen die Emittenten von Junk-Bonds durch Zinsaufschläge aus. Bei Standard & Poor’s und Fitch fallen die Papiere von Firmen mit Noten unterhalb von „BBB-“ in diese Kategorie, bei Moody’s gelten Anleihen unterhalb des Ratings „Baa3“ als „Ramsch“.

In den vergangenen Monaten war das Umfeld für Junk-Bonds so gut wie lange nicht mehr: „Die guten Aussichten für das Wirtschaftswachstum und die gleichzeitig niedrigen Ausfallraten stützen die hochverzinslichen Unternehmensanleihen“, sagt Eggerstedt. Nach Berechungen der Ratingagentur Moody’s hat im Jahr 2005 nur ein europäisches Unternehmen – der schwedische Busbetreiber Concordia Bus – seine Anleihen nicht bedient. „Dazu hat sich die Kreditqualität verbessert, es gab mehr Rating-Heraufstufungen als Herabstufungen“, erklärt Moody’s-Analyst Praveen Varma.

Das steigende Interesse an Hochzinsanleihen hat allerdings dazu geführt, dass zuletzt auch viele Firmen mit besonders schlechten Ratings Bonds bei Investoren unterbringen konnten. Die Ausfallraten dürften daher in den nächsten Jahren wieder steigen.

Nicht nur deswegen warnen Anleiheexperten vor zu hohen Erwartungen an die weitere Entwicklung von Junk-Bonds. „So ausgezeichnet wie im ersten Quartal wird es kaum weitergehen, denn die Risikoaufschläge sind schon sehr niedrig“, sagt Roman Gaiser, Fondsmanager bei Threadneedle.

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