Höhere Dividende und Aktiensplit
Analysten setzen weiter auf Porsche

Es war vor allem die Beteiligung an VW, die Porsche im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Rekordgewinn verholfen hat. Investoren zeigten sich jedoch zunächst enttäuscht über das schwache Abschneiden im angestammten Sport- und Geländewagen-Geschäft und verkauften die Aktien im großen Stil. Dabei sehen Analysten mehrheitlich deutliches Kurspotenzial. Auch ein angekündigter Aktiensplit könnte für weiterhin flotte Fahrt an der Börse sorgen.

fgh DÜSSELDORF. Dank des Einstiegs und der Aufstockung bei Volkswagen auf inzwischen knapp ein Drittel der Anteile bügelte der Stuttgarter Sportwagenbauer hohe Kosten für die Entwicklung seiner vierten Baureihe und eines Hybrid-Motors mühelos aus und verdreifachte den Gewinn auf 4,24 Milliarden Euro. Investoren zeigten sich jedoch enttäuscht über das schwache Abschneiden im angestammten Geschäft mit Sport- und Geländewagen. Allein die Optionsgeschäfte mit VW-Aktien warfen 3,6 Mrd. Euro ab. Zudem seien die VW-Papiere deren Kurs sich seit dem Einstieg von Porsche kräftig erhöht hat, in der Bilanz um 521 Mill. Euro höher bewertet worden. Vom Gewinn von VW selbst kann sich Großaktionär Porsche 702,4 Mill.Euro zurechnen lassen. Die Porsche-Aktien gaben am Montag um mehr als acht Prozent auf 1 570 Euro nach, auch am Dienstag lag die in keinem Index notierte Aktie rund drei Prozent im Minus.

"Vor allem das operative Ergebnis hat enttäuscht“, kommentierte Postbank-Händler Ascan Iredi den Kursrutsch am Montag. Der Finanzmarkt habe mehr erwartet und falle nun "aus allen Wolken“, pflichtete ein anderer Händler bei. Dabei hat Porsche bei einem Umsatz von 7,4 Mrd. Euro seine Stellung als profitabelster Autohersteller der Welt ausgebaut. Bei Analysten stieß der Kursrutsch auf Unverständnis. "Die Kursreaktion ist irrational und nicht begründbar“, sagte Frank Schwope von der NordLB. Die VW-Beteiligung hätte noch höher bewertet werden können.

Aktiensplit geplant

Die Porsche-Aktien gehören optisch zu den teuersten in Deutschland. Nun will sie das Unternehmen mit einem Splitt im Verhältnis eins zu zehn auch für Privatinvestoren interessanter machen. Damit fällt ihr Kurs rechnerisch auf ein Zehntel. Die Abstimmung auf der Hauptversammlung Ende Januar 2008 gilt als Formsache. Das Management enttäuschte aber Hoffnungen der Investoren auf eine schnelle Mehrheitsübernahme bei VW. Die Aufstockung des 31-prozentigen Anteils an VW "stand nicht auf der Tagesordnung des Aufsichtsrats“, sagte ein Sprecher. Aus Unternehmenskreisen verlautete, "die Wahrscheinlichkeit, dass über die Aufstockung bei VW noch dieses Jahr entschieden wird, geht gegen Null“. "Wer darauf gesetzt hatte, dass Porsche den VW-Anteil in Kürze ausbaut, dürfte auf diese Nachricht enttäuscht reagieren“, vermutete ein Aktienhändler.

Doch Analysten äußern sich derzeit überwiegend positiv. So hat Lehman Brothers die Porsche-Aktie mit "Overweight" und einem Kursziel von 1 800 Euro bestätigt. Sowohl das Volumen als auch der Produkt-Mix hätten sich im zweiten Halbjahr weiter verbessert, hieß es. Vor dem Hintergrund eines Gewinns von 3,6 Mrd. Euro aus den VW-Optionen sei es sogar verkraftbar, dass sich das Porsche-Kerngeschäftsfeld weniger stark entwickelt habe. Die Deutsche Bank bestätigte ihre Einstufung "Overweight" der Aktie und erhöhte das Kursziel von 1 060 auf 1 650 Euro.

Von 21 Experten, die sich laut der Auswertung des professionellen Handelsblatt-Analysten-Tools mit der Porsche-Aktie beschäftigen, plädieren aktuell 15 für "Kauf". Merck Finck & Co hingegen erwägt die Abwertung der Einstufung auf "Sell“ von "Buy“, was aber von einem Gespräch mit Porsche abhänge. (Hintergrund: Für nicht Dax-Unternehmen gibt MeFiCo grundsätzlich keine "Hold“-Empfehlungen aus). Zur Begrpündung hieß es, die Margenentwicklung habe negativ überrascht. Die Analysten wollen daher ihre Margenannahmen (exklusive VW) deutlich senken, zumal sie weitere außerordentliche Kosten in den kommenden Jahren erwarten.

Höhere Dividende

Die Vorzugsaktionäre sollen als Dividende 22 Euro erhalten, davon sind 15 Euro eine Sonderdividende. Im Vorjahr waren neun Euro gezahlt worden. Die Stammaktionäre der Gründerfamilien Piech und Porsche erhalten wie üblich je sechs Cent weniger.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%