Höherer Gewinn
Springer-Aktie trotzt Medienkrise

Während andere Medienunternehmen ums Überleben kämpfen, schafft es der Springer-Konzern, seine Anleger mit seiner Strategie zu überzeugen. Nach starken Geschäftszahlen klettert der Kurs an die Spitze des MDax.
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DüsseldorfDie Medienkrise scheint Axel Springer nichts anhaben zu können: Nach überzeugenden Quartalszahlen am Mittwoch kletterte die Aktie um knapp drei Prozent auf über 111 Euro und lag damit zeitweise an der Spitze des MDax. Der Herausgeber von Bild, Welt und Hörzu hat zum Jahresauftakt die Schwäche im deutschen Zeitungsmarkt mit einem deutlichen Wachstum im digitalen und internationalen Geschäft mehr als wett gemacht.

Der Umsatz des Medienkonzerns legte unter anderem auch dank Übernahmen um elf Prozent auf 736,7 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte in den ersten drei Monaten um 6,5 Prozent auf 126,9 Millionen Euro zu. Unterm Strich stand mit 63 Millionen Euro ein praktisch unverändertes Ergebnis. Damit schnitt das im MDax notierte Unternehmen etwas besser ab als von Experten erwartet.

Der Kurs der Springer-Aktien hat sich über die letzten zwei Jahre mehr als verdoppelt. Der Springer-Konzern ist, genau wie andere Medienhäuser, schwer von Problemen im Anzeigenverkauf gebeutelt, überzeugt die Anleger aber offensichtlich mit seiner langfristigen Strategie.

„Das digitale Geschäft hat einmal mehr den Rückgang im Printbereich kompensiert“, sagte Commerzbank-Analyst Dirk Voigtländer. Da der Medienkonzern seine Jahresziele erreichen sollte und die digitalen Wachstumsperspektiven noch nicht ausreichend eingepreist seien, bestätigte der Analyst seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 135 Euro.

Experten sehen für die Springer-Papiere noch viel Spielraum nach oben: Das durchschnittliche Kursziel verschiedener Analysten liegt bei 136,55 Euro (aktuell: 111 Euro), drei Viertel von Ihnen empfehlen zu kaufen.

Im laufenden Jahr peilt Chef Mathias Döpfner beim Umsatz weiter ein Plus im einstelligen Prozentbereich an. Das digitale und das internationale Geschäft sollen 2011 auch weiter wachsen. In den ersten drei Monaten legten diese Sparten um 26 Prozent beziehungsweise 58 Prozent zu. Wegen des Ausbaus des Osteuropa-Geschäfts und der Expansion der digitalen Aktivitäten im Ausland sprang der Anteil der Auslandserlöse über die Marke von 30 Prozent am Gesamtumsatz.

Das Zeitungsgeschäft im Inland schrumpfte im ersten Quartal, blieb aber trotz eines Gewinnrückgangs die profitabelste Sparte des Konzerns. Dabei konnte das Unternehmen die Vertriebserlöse unter anderem dank Preiserhöhungen bei der „Welt“ und der „Berliner Morgenpost“ leicht steigern. Die Werbeeinnahmen gingen jedoch stark zurück.

Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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