Hoffnungen des Unternehmens ruhen auf Krebsmedikamenten
Micromet plant Gang an die Börse

Die Münchener Biotechfirma Micromet AG nimmt den Börsengang ins Visier. Ein Going Public könnte ab Mitte 2005 stattfinden, sagte der neue Vorstandschef Christian Itin dem Handelsblatt. Als Börsenplätze kämen Frankfurt, London oder Zürich in Frage. Die Firma sei bereits börsenfähig, sagte Itin. Seit 2001 hat sich in Deutschland kein Biotech-Unternehmen mehr an die Börse gewagt.

MÜNCHEN. Micromet wurde Anfang der 90er Jahre aus dem Institut für Immunologie der Universität München ausgegründet. Seit 1996 hat die Firma in vier Finanzierungsrunden knapp 70 Mill. Euro eingesammelt. Strategische Allianzen mit Partnerunternehmen brachten weitere knapp 20 Mill. Euro ein. Zusammen haben die Forscher damit bisher gut 87,5 Mill. Euro erhalten.

Micromet ist vor allem in der Krebsforschung aktiv. Hoffnungsträger ist das Krebsmedikament MT 201, ein humaner Antikörper aus eigener Forschung. Die erste Phase der klinischen Forschung ist abgeschlossen, seit Februar und März 2004 wird in Phase Zwei die Behandlung von Brust- und Prostatakrebs erforscht. Erste Ergebnisse werden für Anfang 2005 erwartet. Weitere mögliche Anwendungen könnten Darm-, Magen- oder Lungenkrebs sein. Nach der dritten Phase kann grundsätzlich die Zulassung eines Medikaments erfolgen. Mit Boehringer Ingelheim wurde bereits eine Produktionsallianz gegründet. Sollte der Wirkstoff am Ende die Marktreife erhalten, könnte sich Micromet einen Milliardenmarkt erschließen.

Für das zweite Medikament aus der Produktpipeline mit dem Namen MT 103 sollen in diesem Jahr weitere Studien beginnen. Der Wirkstoff kann verschiedene Formen des Blutkrebs therapieren. Mit der US-Firma Medimmune wurde eine Allianz geschlossen. Weitere Arzneimittelkandidaten hat Micromet in der präklinischen Entwicklung.

Der erfolgreiche Abschluss der klinischen Studien sei in jedem Fall die Voraussetzung für einen Börsengang, sagt dazu Thomas Höger, Biotech-Analyst bei der DZ Bank. Das Management von Micromet sei „sehr erfahren“, lobt Höger. Gründer Erich Felber hatte vor zwei Wochen zur Vorbereitung weiterer Finanzierungsschritte den Vorstandsvorsitz an seinen Vorstandskollegen Itin abgegeben. Der Schweizer soll die Firma nun weiter entwickeln.

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