Hohe Nachfrage sorgt für Rekordergebnisse
Europäische Stahlaktien überzeugen die Analysten

Bei der Vorlage der jüngsten Quartals- und Jahreszahlen haben die großen europäischen Stahlkonzerne trotz der gestiegenen Rohstoffkosten die Erwartungen der Analysten unisono übertroffen. Der Vorteil der Unternehmen war, dass sie bisher dank der anhaltend starken Nachfrage aus China die höheren Kosten an ihre Kunden weitergeben konnten.

DÜSSELDORF. Von den guten zahlen profitierten nicht zuletzt auch die Aktienkurse. In den vergangenen zwölf Monaten legten die Stahltitel teilweise rund 40 Prozent zu. Dennoch sind viele Aktien noch immer günstig bewertet. Daher glauben Analysten, dass die jüngste Rallye noch nicht beendet ist. „Die zuletzt guten Ergebnisse sprechen für sich“, sagt Hermann Reith, Branchenexperte bei der ING BHF-Bank. „Außerdem sind viele potenziellen Risiken überbewertet.“ So seien etwa die angekündigten und bereits eingeleiteten Bremsmanöver der chinesischen Regierung, die einem Überhitzen der eigenen Wirtschaft vorbeugen sollen, für die Stahlbranche kaum von Bedeutung. „Zumindest bis Anfang nächsten Jahres wird die Nachfrage nach Stahl und damit der Preis hoch bleiben“, meint Reith. Auch Thomas Hofmann, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, sagt der Branche noch „sehr gute Quartale“ voraus.

Entscheidend für die europäischen Hersteller wird sein, ob sie die hohen Rohstoffpreise auch in langfristigen Verträgen mit ihren Kunden – beispielsweise der Automobilindustrie – weitergeben können, „Das zweite Halbjahr wird richtig spannend“, sagt Cristian Obst von der Hypo-Vereinsbank. „Da die Nachfrage das Angebot eindeutig übersteigt, sollten sich die Produzenten mit ihren Preisforderungen durchsetzen können“, prophezeit Hofmann.

Zu den Favoriten der Finanzexperten zählt die Aktie des Stahlkonzerns Salzgitter, der im ersten Quartal 2003 den Gewinn vor Steuern auf über 26 Mill. Euro nahezu vervierfacht hat. Das Unternehmen ist jedoch nicht nur Stahlproduzent, sondern durch die Mehrheitsbeteiligung an Vallourec auch in angrenzenden Bereichen aktiv. Die französische Tochter ist einer der Weltmarktführer bei der Herstellung von nahtlosen Röhren. Diese werden hauptsächlich beim Pipelinebau eingesetzt, der wegen des hohen Ölpreises zurzeit einen neuen Boom erlebt.

Dabei sehen Analysten gute Chancen dafür, dass dieser Aufschwung weiter anhält. „Da der Ölpreis wohl auch in Zukunft auf einem hohen Niveau schwanken wird, lohnen sich für die Produzenten Investitionen in die Erschließung neuer Ölvorkommen und Förderanlagen wieder“, sagt Reith.

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